Schmerz ist ihr Thema

Neunkirchen. Es heißt: Der Indianer kennt keinen Schmerz. "Die haben es einfacher als wir", sagte der Neunkircher Schmerztherapeut, Herbert Schmitt, bei einem Besuch in der Redaktion. Er wird kommenden Mittwoch, 30. Juni, bei einer Veranstaltung im Bürgerhaus zum Thema Schmerzen referieren (siehe Auf einen Blick). Sein Homburger Kollege, Schmerztherapeut Dr

Neunkirchen. Es heißt: Der Indianer kennt keinen Schmerz. "Die haben es einfacher als wir", sagte der Neunkircher Schmerztherapeut, Herbert Schmitt, bei einem Besuch in der Redaktion. Er wird kommenden Mittwoch, 30. Juni, bei einer Veranstaltung im Bürgerhaus zum Thema Schmerzen referieren (siehe Auf einen Blick). Sein Homburger Kollege, Schmerztherapeut Dr. Wolfgang Kuntz, erklärte: "Wir sprechen meistens über den chronischen Schmerz. Es sollte aber nicht vergessen werden, dass der akute Schmerz die Alarmglocke ist." Vor allem, da sind sich beide einig, sollten die Patienten wachsam sein. Ist der Schmerz erst chronisch, ist das Kind fast schon in den Brunnen gefallen. "Der Ansatz ist nicht, dass der Patient Schmerzen aushalten muss und erst zum Arzt geht, wenn es gar nicht mehr geht", so Schmitt weiter. Vor allem berichten die beiden Ärzte, dass viele Patienten Angst vor Schmerzmitteln haben. Aber man müsse sich bewusst machen, dass es die Schmerzen selbst seien, die die Lebensqualität kaputt machten. Da können Schmerztherapeuten Abhilfe schaffen. "Es gilt, ein individuelles Therapie-Schema für den Patienten zu entwickeln", so Kuntz. Selbst bei chronischen Schmerzen sei es möglich, den Patienten von einer medikamentösen Behandlung wegzubekommen. Folge von unbehandelten Schmerzen können, so warnen die Fachleute, Depressionen, sinkende Leistungsfähigkeit, Stress und Gereiztheit sein. Ursachen chronischer Schmerzen könnten beispielsweise Rückenbeschwerden sein. Auch Nervenschmerzen seien ein Dauerthema unter Patienten, die unter chronischen Schmerzen leiden. Durchaus, so betonen die beiden Ärzte, könnten auch junge Menschen davon betroffen sein. In ihren Schmerzzentren in Neunkirchen um Homburg erarbeiten Schmitt und Kuntz mit ihren Patienten Therapiekonzepte. "Wir nehmen unsere Patienten ernst, möchten gegen ihre Hilflosigkeit ankämpfen und wollen ein Vertrauensverhältnis schaffen", sagen beide. Außerhalb ihrer Räume halten sie Entspannung und positive Erlebnisse, sei es ein Spaziergang mit dem Hund, für wichtig im Kampf gegen die Schmerzen. "Es gilt, ein individuelles Therapie-Schema für den Patienten zu entwickeln."Dr. Wolfgang Kuntz

Auf einen Blick"Schmerzen lindern, Alltag bewältigen: Mit der richtigen Schmerztherapie zu mehr Lebensqualität" heißt eine öffentliche Veranstaltung, am kommenden Mittwoch, 30. Juni, von 17 bis 19 Uhr im großen Saal des Bürgerhauses in der Adolf-Kolping-Straße 1 in Neunkirchen. Hierbei handelt es sich um ein Forum für Patienten. Referenten sind Herbert Schmitt, Facharzt für Allgemeinmedizin, Anästhesiologie, spezielle Schmerztherapie, Sportmedizin, Chirotherapie und Palliativmedizin; Leiter des Schmerzzentrums Neunkirchen, und Rolf Fahnenbruck, Vizepräsident der Deutschen Schmerzliga. ywi