Schlagloch-Tristesse ohne Ende?

Neunkirchen. Die Trend-Disziplin "Schlagloch-Slalom" ist in diesem Winter einmal mehr Herausforderung für die Verkehrsteilnehmer. Zu befürchten ist dabei, dass diese "Wintersportart" zur Ganzjahres-Übung wird. Grund: Das Flicken der zerbröselten Straßendecken mit Kaltasphalt ist eine Notlösung, die nicht allzu lange hält

Neunkirchen. Die Trend-Disziplin "Schlagloch-Slalom" ist in diesem Winter einmal mehr Herausforderung für die Verkehrsteilnehmer. Zu befürchten ist dabei, dass diese "Wintersportart" zur Ganzjahres-Übung wird. Grund: Das Flicken der zerbröselten Straßendecken mit Kaltasphalt ist eine Notlösung, die nicht allzu lange hält. Und für die gründliche Beseitigung der Schäden haben die Gemeinden kein Geld.Die Neunkircher Zwischenbilanz für diesen Winter: Frost und Schnee haben Straßenschäden von etwa 750 000 Euro angerichtet. Sollte die kalte Jahreszeit weiterhin ein strenges Gesicht zeigen, so heißt es aus dem Rathaus, kann sich diese Summe eventuell verdoppeln. Hinzu kommt, dass die Risse und Löcher des ebenfalls frostreichen Winters 2009/2010 noch nicht alle aufgearbeitet sind: Er hatte dem rund 250 Kilometer langen Neunkircher Straßennetz Schäden in Höhe von einer Million Euro zugefügt. In der klammen Neunkircher Haushaltskasse hat man aber für das Jahr 2011 nur 325 000 Euro zur Beseitigung von Winterschäden angesetzt. Für Straßensanierungen insgesamt (siehe "Auf einen Blick") sieht der noch nicht verabschiedete Haushalt 2011 vorläufig 853 000 Euro vor. Eine eventuelle Aufstockung dieser Summe schließt Oberbürgermeister Jürgen Fried nicht aus, aber viel Spielraum dazu sei nicht da. Angesichts dieser Relationen sieht Jürgen Fried die Bundesregierung gefordert. "Der Bund muss uns durch spezielle Programme bei der Erhaltung der Straßenqualität unterstützen", so der OB.

So wie es aussieht, müssen müssen sich die Autofahrer wohl dauerhaft auf Flickwerk einstellen. Im Moment füllt die St. Wendeler Firma Juchem, die einen Rahmenvertrag mit der Stadt hat, die schlimmsten Aufbrüche mit Kaltasphalt. Sie werden von zwei Straßenkontrolleuren des Rathauses gemeldet, die das Straßennetz das ganze Jahr über in Augenschein nehmen. Eine dauerhafte Sanierung mit Warmasphalt ist nur bei andauernd warmem Wetter möglich. Die Crux bei der Sache: Das Geld, das jetzt ins provisorische Flicken fließt, fehlt dann für nachhaltige Maßnahmen.

Die Stadt bittet die Autofahrer, trotz allem Ärger angepasst zu fahren: Die Fahrweise sollte so gewählt werden, dass man jederzeit einem Kind, das auf die Straße springt, und ebenso einem Schlagloch ausweichen kann, empfiehlt das Rathaus.

Auf einen Blick

Straßendecken-Sanierungen sind 2011 vorgesehen für folgende Straßen: Wilhelmstraße, Zoostraße, Brückenstraße, Grubenstraße, Römerstraße, Pflugstraße, Altstraße, Am Atzberg, Rohnstraße, Jacob-Neu-Straße, Rombachstraße, Industriering.

Fräsgeflickt werden sollen ab April Lindenallee (vor dem Plättchesdohle), Bliesstraße (von Fernstraße bis Video Total), Limbacher Straße (Bereich Wallratsroth), Kuchenbergstraße (Bereich Wilhelmshöhe) und Schiffweiler Straße (Steilstück). red