Schlaflos in Neunkirchen

Neunkirchen. Lichter in rot und blau blitzen auf, Nebel steigt empor. Im Halbdunkel der Neunkircher Gebläsehalle wird das Lichtkonzept auf der Bühne getestet. Am 21. August steigt hier die Premiere des Musicals "Stumm 2009". Etwas abseits der flackernden Scheinwerfer stehen Thomas Pack, Inhaber des Sicherheitsdienstes Pack und sein Mitarbeiter Giuseppe Fiorino

Neunkirchen. Lichter in rot und blau blitzen auf, Nebel steigt empor. Im Halbdunkel der Neunkircher Gebläsehalle wird das Lichtkonzept auf der Bühne getestet. Am 21. August steigt hier die Premiere des Musicals "Stumm 2009". Etwas abseits der flackernden Scheinwerfer stehen Thomas Pack, Inhaber des Sicherheitsdienstes Pack und sein Mitarbeiter Giuseppe Fiorino. Es ist kurz vor Mitternacht, und die beiden besprechen gerade den Dienstplan für die Woche. Bereits zum zweiten Mal übernimmt Wachmann Fiorino die Schicht in der Gebläsehalle. Es ist eine stille Arbeit im Hintergrund, die nicht viele mitbekommen. "Ein Wachmann ist wie ein Zahnrad in einem großen Getriebe", erklärt Thomas Pack. "Wenn es fehlt, gerät alles ins Stocken." In seinem Team beschäftigt der Sicherheitsexperte knapp 50 Leute. Schon seit einigen Jahren ist seine Firma bei Großevents in Neunkirchen wie den Neukircher Nächten und dem Musicalprojekt für die Sicherheit zuständig. "Man arbeitet intensiv mit den Künstlern zusammen und interessiert sich für die Show", berichtet Pack, der oft selbst auf Schichten unterwegs ist.Die letzten Bühnenlichter gehen aus. Wachmann Fiorino ist alleine in der großen Halle und sorgt dafür, dass sich niemand unbefugt Zutritt verschafft. Ein Auge hat er dabei immer auf die technischen Geräte gerichtet. "Es ist eine große Verantwortung", sagt der gebürtige Italiener. Seit acht Jahren ist er bereits im Sicherheitsdienst tätig und das zu allen Tag- und Nachtzeiten. "Da muss man eine gute Frau finden, die Verständnis dafür hat." Von draußen klingen aus der Ferne hin und wieder Stimmen in die Gebläsehalle herüber, ansonsten ist es still. "Am Wochenende ist mehr los", weiß der erfahrene Wachmann, vor dem neun Stunden liegen, in denen er hellwach die Gebläsehalle kontrollieren muss. Wirklich gemütlich ist es momentan noch nicht in dem riesigen Raum. Außer der Bühne und technischem Gerät gibt es hier nicht viel. "Gegen halb drei/drei werde ich immer ein bisschen müde", erzählt Fiorino. Sein Rezept dagegen ist Bewegung und ein bisschen frische Luft. Gegen das Alleinsein hilft dem Wachmann Musik aus dem Radio. "Lesen würde mich nur müde machen." Wenn Fiorino nach einer solchen Nachtschicht nach Hause kommt, hat er meistens so erfolgreich gegen die Müdigkeit gekämpft, dass er auch dann nicht einschlafen kann. Besonders im Sommer sei das schlimm. Obwohl Nachtdienste von acht, neun oder mehr Stunden schon mal langweilig sein können, schätzt der Wachmann seinen Beruf, weil "es keine körperliche Arbeit ist". Vor seiner Tätigkeit in der Sicherheitsbranche war Fiorino in einer Fabrik tätig. Ob bei Veranstaltungen oder der Bewachung eines Gebäudes - dem Wachmann geht es um Sicherheit, und die strahlt er auch aus, selbst wenn er alleine inmitten einer großen, menschenleeren Halle steht. Im Einsatz als Einzelkämpfer fühlt er sich selbst nicht immer ganz sicher. "Da muss man durch!", schmunzelt Fiorino. Und so dreht er seine Runden mit aufmerksamem Blick und schaut auf eine weitere schlaflose Nacht.

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