Sanierungsarbeiten im „Paradies“

Sanierungsarbeiten im „Paradies“

Der Angelsportverein Differten saniert seine Weiher. Zum Einsatz kommt dabei auch ein selten gesehenes Gerät. Ein Amphibienfahrzeug aus Bayern saugt Schlamm vom Grund der Weiher, deren Tiefe geschrumpft war.

Der "Truxor 5000" ist ein Wunderwerk der Technik: Ein Amphibienfahrzeug eines bayerischen Spezialunternehmens, der Nassbaggertechnik Robert Breher aus dem Oberallgäu. Mit diesem Gerät saugen Konstantin Meier und Andreas Schüßler Unmengen von Schlamm aus den drei Fischweihern des ASV Differten. Mit dieser Aktion hat der Angelsportverein eine umfassende Weihersanierung eingeleitet. Wie Gewässerwart Rainer Becker berichtet, ist das eine große Sache. Umfangreiche Vorbereitungen und Genehmigungen waren notwendig. Und der kleine, aber rührige Verein lässt sich dieses Unternehmen viel Geld kosten und hofft noch auf einen Zuschuss der Gemeinde.

Nicht einfacher wird die Sanierung wegen der Lage. Die idyllische Anlage des ASV mitten im Bisttal befindet sich zwischen Naturschutz-, Wasserschutz- und -einzugsgebiet, Landschaftsschutzgebiet und Flora-Fauna-Habitat der EU.

Schlamm wird zu Dünger

Also hat Gewässerwart Becker sich bei Schulungen schlau gemacht, was möglich ist und was nicht. Die Untersuchungen des Schlamms haben ergeben, dass er ohne Bedenken als Dünger verwendet werden kann. Deshalb wird der schwarze Schlick mit dem Truxor 5000 abgesaugt und durch ein Schlauchsystem in ein Auffangbecken gepumpt. "Mit einer Welle wird der Schlamm aufgewirbelt und in ein Rohrsystem gesaugt", beschreibt Becker die Funktionsweise des Amphibienfahrzeuges. "Diese Aktion war auch dringend notwendig", sagt Becker. Seit die Weiher in den 1950er Jahren angelegt wurden, hat sich durch die Verrottung von Blättern und Wasserpflanzen soviel Schlamm angesammelt, dass die ursprünglich zwei Meter tiefen Gewässer an manchen Stellen lediglich noch 50 Zentimeter tief sind. Bis zum Frühjahr sollen diese Arbeiten komplett abgeschlossen sein. In einer zweiten Sanierungsphase sollen die bislang schnurgeraden und rechtwinklig angeordneten Uferbereiche seenartig ausgeweitet werden. Hier erhalten die Angler Unterstützung der Energis. Da das Unternehmen Rohre am oberen Weiher zurückbauen muss, soll ein Behelfsbahnübergang in Höhe des Wasserwerks geschaffen werden.

Ausbau der Weiheranlage

Parallel zum Rückbau durch die Energis sollen die Ausbauarbeiten der Weiheranlagen erfolgen. Auch das Umfeld der drei Fischweiher und des kleinen schmucken Clubheims soll neu gestaltet werden. Die Pappeln sollen gefällt und durch Gehölze wie Weiden und Erlen ersetzt werden. So soll die Anlage noch attraktiver werden. Dass sie schon jetzt ein kleines Paradies ist, zeigt die Existenz so seltener Tiere wie Biber und Eisvogel.