Sanierung ist fast ein Neubau

Nach zweijähriger Sanierung ist die Kläranlage in Neunkirchen/Nahe formell in Betrieb gegangen. Dort wird nun das Abwasser von 990 Einwohnern gereinigt. Zwei Millionen Euro hat sich der Entsorgungsverband Saar die Modernisierung kosten lassen, die einem Neubau glich.

Der Entsorgungsverband Saar (EVS) hat die aus dem Jahre 1985 stammende Kläranlage in Neunkirchen /Nahe komplett saniert. "Auch beim Sanierungsprozess waren wir permanenten Erneuerungen ausgesetzt", teilte EVS-Geschäftsführer Heribert Gisch mit. Mit der Sanierungsmaßnahme sei die Kläranlage fit gemacht worden, für die sich immer weiter verschärfenden gesetzlichen Anforderungen an die Reinigungsleistungen moderner Abwasseranlagen.

"Der Gesetzgeber zieht bei der Abwasserverordnung weiter an. Bundesweit werden derzeit Spurenstoffe verfolgt, die oft aus der Tiermast kommen", erklärte Gisch.

Die Sanierung, mit der 2012 begonnen wurde, entsprach in weiten Teilen, wie Gisch ergänzte, einem Neubau. Das Klärwerk ist auf der alten Anlage in der Tal-Lage des Stollenbornbachs errichtet worden. "Beim Bau der Zufahrten haben die Bürger von Neunkirchen /Nahe Beeinträchtigungen in Kauf nehmen müssen", so Gisch. Die Gesamtkosten bezifferte er auf zwei Millionen Euro . Es handelt sich um eine halbtechnische Anlage mit einem vorgeschalteten biologischen Abwasserteich und integrierter Regenwasserbehandlung.

"Dieser Verfahrenstyp bringt erwiesenermaßen eine hohe Regenleistung, so dass insbesondere der Stollenbornbach, in den die gereinigten Abwässer eingeleitet werden, von der Sanierung profitiert", erläuterte Chefingenieur Andreas Schumacher. Als Besonderheit wies Schumacher auf die zweistraßige Scheibentauchkörperanlage hin, in der das Abwasser biologisch gereinigt und nachgeklärt wird. Die Abwässer von 990 Einwohnern werden in der neuen Anlage gereinigt. Das Klärwerk wird vom Personal der Kläranlage in Nohfelden mitbetrieben. "Von dort aus können alle relevanten Prozesse und Betriebsdaten abgerufen werden, so ist eine ständige Kontrolle der Anlage sichergestellt", meinte Gisch. Von 39 Anlagen aus würden die EVS-Mitarbeiter die insgesamt landesweit 140 Kläranlagen betreuen.