Sammeln, sichten und sortieren

Neunkirchen. Seit nunmehr zehn Jahren befindet sich mit dem Historischen Verein Stadt Neunkirchen (HVSN) in der Irrgartenstraße 18 die Anlaufstelle für all jene, die etwas über die Historie der Stadt erfahren möchten

Neunkirchen. Seit nunmehr zehn Jahren befindet sich mit dem Historischen Verein Stadt Neunkirchen (HVSN) in der Irrgartenstraße 18 die Anlaufstelle für all jene, die etwas über die Historie der Stadt erfahren möchten. Bis zu diesem Zeitpunkt habe es zwar bereits in fast jedem anderen Stadtteil einen Heimatverein gegeben, nur die Kernstadt sei diesbezüglich vernachlässigt worden, wie Gründungsmitglied Horst Schwenk erzählt. "Wir haben praktisch bei Null angefangen. Bernhard Krajewski, der Autor des ersten Neunkircher Stadtbuchs, hat bis zu seinem Tod im Jahr 1978 tolle Arbeit geleistet und eine große Lücke hinterlassen." Dass der HVSN trotzdem von Beginn an auf ein umfangreiches Archiv an Bildern und Dokumenten zurückgreifen konnte, ist den Mitgliedern zu verdanken, die ihre privaten Sammlungen zur Verfügung stellten. So hat allein Horst Schwenk an die 40 000 Fotos zusammengetragen und Informationen zu diesen gesammelt. "Geschichte lässt sich anhand von Bildern am Besten dokumentieren. Anfang der 80er Jahre habe ich mal einen Koffer voll mit alten Aufnahmen gefunden, der sonst auf dem Müll gelandet wäre. Das war ein echter Glücksfall." Der HVSN ist auf die Mithilfe der Bürger angewiesen, die alte Fotografien und Schriften bereitstellen. Auch Vereine und Firmen, die Festschriften herausgeben, seien gebeten, ein Exemplar an den Verein weiterzuleiten, wie der Vorsitzende Wolfgang Melnyk erklärt. "Das ist alles ein Teil der Stadtgeschichte, der uns die Arbeit oftmals erheblich erleichtert." Wie viel Arbeit mit dem Sammeln, Erfassen und Archivieren geschichtlicher Daten verbunden ist, zeigt ein Blick auf ein aktuelles Projekt des HVSN. "Wir sind gerade dabei die Daten des Standesamtes zusammenzutragen, abzuschreiben und so ein Ortsfamilienbuch zu erstellen. Die Daten gehen bis etwa 1800 zurück. Allein bis 1875 sind das 28 000 Seiten, mit jeweils fünf Einträgen pro Seite. Jeder Eintrag enthält wiederum fünf bis sechs einzelne Personen." Zusätzlich müssen diese Daten dann noch mit den Kirchenbüchern abgeglichen werden. Alles in allem wird sich dies in etwa über einen Zeitraum von zehn Jahren erstrecken. Dass sich der Aufwand auszahlt, zeigt sich am regen Interesse der Neunkircher Bürger. So finden monatlich Vorträge mit Titeln wie "Ortsteil Schlawerie" oder "Historische Wanderwege" in den Räumen des Vereins statt, die immer gut besucht werden. Zu den mehr als 100 Vorträgen wurde jeweils eine Broschüre gefertigt. Alle Exemplare sind noch immer zu erwerben. Darüber hinaus hat der Verein drei Sonderbände zu den Themen "Straßenbahn", "Schlossbrauerei" und "Gasometerexplosion" sowie das "Straßenlexikon Neunkirchen" in Buchform veröffentlicht. Auch jüngere Leute seien gerne eingeladen, den Verein kennen zu lernen, betont Melnyk. "Am 17. Oktober beginnt unser Workshop Computergenealogie für alle. Das Thema Familienforschung ist spannend und sehr reizvoll. Auch für junge Leute." </bu_text>

Auf einen BlickAlle Schriften, die der HVSN veröffentlicht hat, sind in der Geschäftsstelle des Vereins in der Irrgartenstraße 18 zu erwerben. Geöffnet ist diese jeden Donnerstag zwischen 16 und 18 Uhr. Am ersten Donnerstag eines Monats finden dort Vortragsabende zu wechselnden Themen statt. Beginn ist jeweils um 19 Uhr. Am 5. November hält Wolfgang Melnyk einen Vortrag zum Thema "Die Reichskristallnacht 1938 in Neunkirchen". Horst Schwenk referiert am 3. Dezember über "Die Scheib - ein besonderer Stadtteil". Telefon (06821) 874 40. pra