Saarländer wegen fünffacher Vergewaltigung seiner Frau verurteilt

Saarländer wegen fünffacher Vergewaltigung seiner Frau verurteilt

Ein 39-jähriger Saarländer muss vier Jahre und drei Monate hinter Gitter: Weil seine Ehefrau sich von ihm scheiden lassen wollte, vergewaltigte er sie mehrfach. Damit habe er die Scheidung abwenden wollen, sagte er vor Gericht.

. Wegen Vergewaltigung in fünf Fällen hat das Landgericht einen Handwerksmeister aus dem Saarland zu vier Jahren und drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der 39 Jahre alte Familienvater hatte zuvor gestanden, dass er seine frühere Ehefrau im Jahr 2013 insgesamt fünf Mal mit Gewalt zum Sex gezwungen habe. Aus seiner Sicht sei dies jeweils ein Versuch gewesen, die Ehe fortzuführen und die anstehende Scheidung abzuwenden. In seinem Schlusswort sagte der Mann zu seiner Ex-Frau: "Es tut mir leid. Ich habe Dich immer gemocht." Und: "Ich wollte Dir nicht weh tun."

Genau daran hat sich der Angeklagte aber nach Feststellung der Richter nicht gehalten. Der Mann habe nicht verwinden können, dass sich seine Ehefrau, die Mutter der gemeinsamen Kinder, von ihm trennen wollte. Das hätte für den 39-Jährigen, der aus höchst problematischen Verhältnissen stammt und sich beruflich hoch gearbeitet hat, das Ende seines Familienglücks bedeutet. Also tauchte er nach der Trennung immer wieder bei seiner Frau und den Kindern auf - mal stand er im Garten, mal schlich er sich ins Haus. Er suchte dabei zunächst das Gespräch mit seiner Noch-Ehefrau und betonte, dass sein Leben ohne seine Familie keinen Sinn mehr mache. Bei einer Scheidung werde er sich umbringen. Aber zuvor wolle er noch einmal mit ihr schlafen. Die lehnte ab. Und er wurde gewalttätig: Zwischen Januar und Juli 2013 vergewaltigte er sie fünf Mal. Zuletzt hatte er sogar ein Messer dabei.

Fazit der Richter: Ganz am Anfang habe der Mann wahrscheinlich wirklich angestrebt, seine Ehefrau zurückzugewinnen. Als ihm aber bewusst wurde, dass dies nicht klappt, sei er aggressiv geworden. So habe der Angeklagte fünf schwere Straftaten verübt, die zwingend mit mehrjährigen Gefängnisstrafen zu ahnden seien. Die nun in seinem Fall verhängten vier Jahre und drei Monate Haft seien dabei an der untersten Grenze des Möglichen, erklärten die Richter dem 39-Jährigen.

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