1. Saarland
  2. St. Wendel
  3. Nohfelden

Rund um die Feiertage gibt's keine Tiere

Rund um die Feiertage gibt's keine Tiere

Niederlinxweiler. Auf den Wunschzetteln vieler Kinder stehen alle Jahre wieder Tiere. "Ich hätte so gerne einen Hund, dann würde ich jeden Tag mit ihm spazieren gehen", steht dann da in krakeliger Schrift zu lesen. Oder, "wenn ich eine Katze hätte, die bei mir im Bett schläft, müsste ich nicht jede Nacht zu Euch unter die Decke kommen"

 Geschenkte Hunde brauchen auch nach den Festtagen viel Zeit und Zuwendung. Foto: dpa
Geschenkte Hunde brauchen auch nach den Festtagen viel Zeit und Zuwendung. Foto: dpa

Niederlinxweiler. Auf den Wunschzetteln vieler Kinder stehen alle Jahre wieder Tiere. "Ich hätte so gerne einen Hund, dann würde ich jeden Tag mit ihm spazieren gehen", steht dann da in krakeliger Schrift zu lesen. Oder, "wenn ich eine Katze hätte, die bei mir im Bett schläft, müsste ich nicht jede Nacht zu Euch unter die Decke kommen". So manchen Eltern fällt es schwer, den Kindern ihre Sehnsüchte nicht zu erfüllen, vor allem wenn sie wie im Fall von Kaninchen, Meerschweinchen oder Hamster durch einen raschen Gang in die Tierhandlung zu erfüllen sind. Gerade die kleinen Nager kosten nicht viel, können platzsparend (aber nicht artgerecht) in einem kompakten Käfig untergebracht werden und machen vermeintlich wenig Arbeit."Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke", sagt Frithjof Schaffner, der nicht nur Vorsitzender des Tierschutzvereins Neunkirchen und Umgebung, sondern auch für das Tierheim bei Niederlinxweiler verantwortlich ist. Auch wenn grundsätzlich gute Voraussetzungen zum Halten eines Tieres bestünden, sei gerade das Weihnachtsfest der falsche Zeitpunkt. Denn die Unruhe an den Festtagen behage den Neuankömmlingen in den wenigsten Fällen. "Vor der Anschaffung eines Haustiers sollte grundsätzlich der Familienrat tagen", meint Schaffner. Abgeklärt werden müsste genau, wer das neue Familienmitglied versorgt, wer das Futter beschafft, wie die Betreuung im Urlaub organisiert wird und die Kosten müssten auch bedacht werden. Die Ernährung eines großen Hundes beispielsweise kann erhebliche Löcher in die Haushaltskasse reißen. Außerdem werden Tiere krank, haben Unfälle, müssen geimpft und entwurmt werden. Obwohl die Neunkircher Tierschützer natürlich liebend gerne Schützlinge des Tierheimes in gute Hände vermitteln, wird in den Tagen vor Weihnachten und auch kurz nach dem Fest kein Tier abgegeben. "Wir wollen verhindern, dass die Leute unüberlegt handeln", begründet Schaffner die Maßnahme. Denn seine Erfahrung zeige, dass etliche Tiere nach der ersten Begeisterung kaltschnäuzig entsorgt werden. Im günstigsten Fall versuchen die Leute, sie weiterzuvermitteln. Es gibt aber auch Tiere, die einfach ausgesetzt werden.So erklärt sich auch das wachsende Problem mit streunenden Katzen, die sich unkontrolliert vermehren. Daher appelliert der Tierschutzschutz an alle Katzenfreunde, ihre freilaufenden Lieblinge - egal ob Katze oder Kater - kastrieren zu lassen, um weiteres Katzenelend zu verhindern. Im Tierheim in Niederlinxweiler leben zurzeit rund 90 Katzen, 25 Hunde und 50 Nager. Erreichbar ist das Heim unter Telefon (06851) 907588. "Die Ernährung eines großen Hundes beispielsweise kann erhebliche Löcher in die Haushaltskasse reißen." Frithjof Schaffner