Rox-Freunde geben nicht auf

Saarbrücken. Sie haben kurz daran gedacht, aufzugeben. Sie haben sich gefragt: "Bringt das noch was?" Und am Ende haben sie dann entschieden: Ja, es bringt noch etwas. Der Verein der Freunde des Abenteuermuseums wird weiter dafür werben, dass die Sammlung des Weltenbummlers Heinz Rox-Schulz wieder ausgestellt wird

Saarbrücken. Sie haben kurz daran gedacht, aufzugeben. Sie haben sich gefragt: "Bringt das noch was?" Und am Ende haben sie dann entschieden: Ja, es bringt noch etwas. Der Verein der Freunde des Abenteuermuseums wird weiter dafür werben, dass die Sammlung des Weltenbummlers Heinz Rox-Schulz wieder ausgestellt wird. Der Verein wird dafür streiten, dass das Saarbrücker Abenteuermuseum, das kurz nach dem Tod von Rox 2004 geschlossen wurde, wiedereröffnet wird. Das hat die Mitgliederversammlung des Vereins diese Woche beschlossen.Heribert Leonardy, der Vorsitzende des Rox-Freundeskreises, sieht eigentlich nur ein Problem: die Grünen. Die haben zusammen mit der CDU im März vergangenen Jahres im Stadtrat nicht nur verhindert, dass das Museum - wie von der Stadtverwaltung vorgeschlagen - in zwei Räumen des neuen Stadtarchivs in der ehemaligen Deutschherrnschule neu eröffnet wird. Sie haben auch durchgesetzt, dass die Stadt das Erbe des Globetrotters loszuwerden versucht. Rox, der unter anderem eine Mumie aus Peru mitgebracht hat, sei ein Grabräuber, argumentierten die Grünen unter anderem.

Nun sind die Grünen in einer Koalition mit SPD und Linken. SPD und Linke gelten als Befürworter der Neueröffnung. Ebenso die FDP. Sollten SPD, Linke und FDP für eine Neueröffnung votieren, würden die Stimmen von Grünen und CDU diesmal nicht reichen, das zu verhindern.

Das Problem für die Abenteurer: "Es gibt zurzeit keine deutlichen politischen Signale, das Museum neu zu eröffnen", sagt Kulturdezernent Erik Schrader (FDP). Die Räume im Stadtarchiv stünden weiter zur Verfügung, sagt er. Und das Rox-Erbe ist auch noch da - "fach- und sachgerecht gelagert", wie Schrader sagt.

 Rox erzählte gerne von der weiten Welt und hat unter anderem diese Holzskulptur von seinen Reisen mitgebracht. Fotos: Barbian/dpa

Rox erzählte gerne von der weiten Welt und hat unter anderem diese Holzskulptur von seinen Reisen mitgebracht. Fotos: Barbian/dpa

Der Versuch, die Sammlung abzugeben, sei nämlich gescheitert. 30 Institutionen habe die Stadt angeschrieben, "das Ergebnis ist gleich null", sagt Schrader. Auch der "Vorstoß eines peruanischen Generalkonsuls, die Mumie zurückzubringen, hat sich in Wohlgefallen aufgelöst, weil aus Peru keine Initiativen mehr gekommen sind", sagt der Dezernent. Schrader redet nicht drumherum: "Es ist so, dass wir da auf der Stelle treten."

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