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Retrospektive zum 100. Geburtstag

Retrospektive zum 100. Geburtstag

In einer Werkschau würdigt die Städtische Galerie die Arbeiten von Ruth Engelmann-Nünninghoff. Seit Mitte der 1960er Jahre lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Bexbach-Frankenholz.

Ruth Engelmann-Nünninghoff
Ausschnitt aus einem Werk aus dem Jahr 1999.
o. T., Acryl auf Papier, 70 x 50 cm, 2008.
o. T., Gouache und Tusche auf Papier, 30,2 x 23,6 cm, 1965.

. Ruth Engelmann-Nünninghoffs Kunst ist so vielfältig und abwechslungsreich wie ihr Leben selbst. Am 5. Januar feierte die älteste Künstlerin des Saarlandes ihren 100. Geburtstag (die SZ berichtete). Die Städtische Galerie Neunkirchen , die durch eine Schenkung im Jahr 2008 eng mit der Künstlerin verbunden ist, widmet aus diesem Anlass der immer noch aktiven Malerin eine große Retrospektive. Ausgewählte Arbeiten auf Papier spannen einen Bogen von den ältesten, noch erhaltenen Zeichnungen aus den 1930er Jahren bis hin zu ihren aktuellsten Werken.

Geboren 1915 in Köln , kam Ruth Engelmann-Nünninghoff über einige Umwege zur Malerei. Nach einer Schneiderlehre absolvierte sie ein Studium in der Modeklasse an der Werkkunstschule Köln . Nach ihrem Abschluss als Modezeichnerin und -gestalterin ging sie nach Berlin, wo sie als Modezeichnerin mit einem eigenen Atelier erfolgreich war, bis der Krieg sie zwang, die Stadt zu verlassen. Ihre Heirat führte sie 1955 nach Neunkirchen . Seit Mitte der 1960er Jahre lebt und arbeitet sie als freischaffende Künstlerin in Bexbach-Frankenholz.

Die Jubiläumsausstellung in der Städtischen Galerie Neunkirchen wirft Schlaglichter auf Stationen des künstlerischen Weges von Ruth Engelmann-Nünninghoff, die stets das Neue, das Experiment und die Begegnung in der Kunst gesucht hat und bis heute sucht. Eine große Vitalität, bewegte Formen und das besondere Leuchten der Farben zeichnet die Arbeiten aller Werkphasen und der verschiedensten Techniken aus.

Im Laufe der Jahrzehnte kristallisierte sich jedoch eine ganz persönliche Handschrift aus der Fülle des Erprobten heraus.

In ihren frühen Anfängen noch naturalistisch in der Darstellung von Landschafts-, Architektur- und Stadtansichten, löste sich Ruth Engelmann-Nünninghoff mit den Jahren zunehmend von realen Vorbildern. Eine Entwicklung, die immer wieder begleitet war von experimentellen Phasen, die doch die Künstlerin Schritt für Schritt zum Kern ihrer Kunst geführt hat: die Reduktion auf Farbe und Form, die Beschränkung auf das Wesentliche. Ausgewogen im Zusammenspiel expressiver und ordnender Kräfte, wurde die dynamische, auf wenige Spachtelstriche reduzierte farbige Geste ihrer abstrakten Acrylarbeiten in den letzten Jahren zu ihrem unverkennbaren Ausdrucksmittel.

Zur Ausstellung der Neunkircher Künstlerin erscheint ein Katalog (36 Seiten/acht Euro). Die Eröffnung war am vergangenen Sonntag. Öffentliche Führungen sind geplant am Mittwoch, 4. Februar, 18 Uhr, und Sonntag, 22. Februar, 14.30 Uhr.