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Rescue Days am Bostalsee locken rund 800 Hilfskräfte an

Rescue Days am Bostalsee : 135 Schrottautos werden gekonnt zerlegt

Erstmals gibt es die Rescue Days im Saarland. Rettungskräfte aus der ganzen Welt gewähren Einblick in ihre Arbeit.

135 Autos haben Feuerwehr und Landkreis St. Wendel in den vergangenen zwei Jahren gesammelt. Sie werden benötigt für die Rescue Days, die von Freitag, 28., bis Sonntag, 30. September, am Bostalsee über die Bühne gehen. Die Autos sollen nicht etwa schnell fahren, wie die Rallye-Fahrzeuge, die noch im August im Servicepark auf der Festwiese zu sehen waren. Vielmehr geht es darum, die ohnehin schon schrottreifen Autos zu zerschneiden. Denn an ihnen wird während der drei Tage demonstriert, wie Hilfskräfte arbeiten. Etwa 800 Hilfskräfte aus der ganzen Welt seien angmeldet, schätzt Heiko Schneider vom Amt für Feuerwehr und Katastrophenschutz beim Landkreis St. Wendel. Der Landkreis sowie seine Gemeinden unterstützen den Kreisfeuerwehrverband bei der Organisation dieser Groß-Veranstaltung.

Seit zwei Jahren werde geplant. Aussteller mussten angeschrieben, Helfer eingeteilt, Genehmigungen eingeholt, Plätze verplant, Zelte und Bands gebucht sowie die Werbung in Fahrt gebracht werden, erzählt Schneider. Und eben Autos gesammelt werden. Diese sind  bei der Heeresinstandsetzunglogistik (HIL) in St. Wendel zwischengelagert. Denn bevor sie den Hilfskräften zur Verfügung stehen, mussten sie „trockengelegt“ werden, wie es Schneider ausdrückt. „Damit am See keine Gefahrstoffe auslaufen“, sagt Kreisbrandmeister Dirk Schäfer. An drei Tagen können Besucher am Bostalsee zuschauen, wie verschiedene Rettungs-Szenarien geübt werden. Das sei ein Novum bei diesen Rescue Days, die es schon 13 Mal gab. In wechselnden Bundesländern, aber noch nie im Saarland. Bisher, so Schneider, seien es mehr oder weniger geschlossene Veranstaltungen mit einem Besuchertag gewesen. „Aber wir können den See nicht absperren“, erklärt Schneider, warum dort an allen Tagen Besucher kommen können.

Unterstützt werden die Teilnehmer, die aus 25 Nationen anreisen (ein Ausbilder kommt sogar aus den USA), von etwa 300 bis 400 Helfern der Feuerwehren aus dem Landkreis St. Wendel. Sie nehmen zwar nicht teil, nehmen aber dennoch einen Mehrwert mit, wie Schäfer betont. „Für unsere Feuerwehrleute ist das quasi eine kostenlose Schulung über drei Tage.“ Zwar machten sie nicht mit, aber zusehen könnten sie trotzdem. „Mit den Augen klauen“, nennt das Schneider. Und das lohne sich. Schließlich koste eine Teilnahme etwa 750 Euro pro Person.

Aber nicht nur die Feuerwehr, sondern die ganze Region profitiere von der Veranstaltung. „So gut wie alle Hotels sind ausgebucht“, weiß Schäfer. Einige Teilnehmer seien sogar schon nach Rheinland-Pfalz ausgewichen. Und es gebe Hilfskräfte, die reisten mit der ganzen Familie an. Und machen aus der Ausbildungsveranstaltung einfach einen Kurzurlaub am See.

Schäfer rechnet auch mit vielen Fachbesuchern aus der ganzen Region. Sie können sich nicht nur die Übungen anschauen, sondern auch Fahrzeuge und Ausrüstungen. Das Feuerwehr-Museum Hermeskeil wird vertreten sein, außerdem ein Amphibienfahrzeug. „Es gibt Einiges zu sehen und die Kinder können bestimmt auch etwas ausprobieren“, verspricht Schneider.  Außerdem gibt es eine Fachausstellung, die auch für das normale Publikum interessant sei. „Es ist die größte Fachausstellung dieser Art im südwestdeutschen Raum und dem angrenzenden Ausland“, sagt Schäfer. Die Gesamt-Aktionsfläche beläuft sich auf rund 60 000 Quadratmeter. Und Schäfer legt die Messlatte sehr hoch: „So eine Veranstaltung wie diese hier hat es noch nie gegeben und wird es auch nie wieder geben.“

So wie dieser Tage in Freisen bei einer Übung, kann auch den Hilfskräften bei den Rescue Days am Bostalsee über die Schulter geschaut werden. Foto: Dirk Schäfer
So wie in Freisen bei einer Übung, kann auch den Hilfskräften bei den Rescue Days am Bostalsee über die Schulter geschaut werden. Foto: Dirk Schäfer

www.feuerwehrtage-bostalsee.de