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Regiogeld in Luxemburg zahlt sich offenbar aus

Regiogeld in Luxemburg zahlt sich offenbar aus

Die Regionalwährung „Beki“, die die lokale Wirtschaft im luxemburgischen Kanton Redingen ankurbeln soll, kann ein Jahr nach ihrer Einführung erste – wenn auch verhaltene – Erfolge verbuchen.

Das Regiogeld "Beki" in dem Luxemburger Kanton Redingen hat seit seiner Einführung im Januar 2013 offenbar leicht an Beliebtheit gewonnen. Nach Angaben der Initiatoren um den luxemburgischen Grünen-Abgeordneten Camille Gira akzeptieren derzeit 71 Betriebe und Organisationen in den acht Orten des Kantons an der belgischen Grenze die Regionalwährung. Zum Zeitpunkt der Einführung waren es 41. Allerdings ist ihre Zahl im zweiten Halbjahr 2013 nicht mehr deutlich gestiegen: Im Sommer 2013 waren es 60 betriebe und Organisationen, die den "Beki" akzeptierten (wir berichteten). Ein "Beki" entspricht einem Euro.

Fast verdoppelt hat sich allerdings im zurückliegenden Halbjahr die in Umlauf gebrachte Menge der "Bekis": Von rund 70 000 auf nunmehr 157 458. Beim "Chiemgauer", einer Regionalwährung in Bayern, die als die erfolgreichste in Europa gilt, waren nach einem Jahr "nur" 68 286 im Umlauf. Die Initiatoren des "Beki" werten dies als einen "vielversprechenden Start", wie sie jetzt der SZ mitteilten.

Die Regionalwährung soll eine "Kettenreaktion lokaler Einkäufe" auslösen und den regionalen Wirtschaftskreislauf stärken. Denn da der "Beki" nur in den acht Orten des Kantons ausgegeben werden kann, bleibe die davon ausgehende Kaufkraft in der Region, so die Idee. Eine Umsatzsteigerung bei den Geschäften, die den "Beki" akzeptieren, hat sich bislang aber offenbar nicht eingestellt. Die Initiatoren sehen jedoch eine "stärkere Vernetzung" der beteiligten Geschäfte untereinander. Auch seien "vereinzelt neue Angebote an regionalen Lebensmitteln in den Regalen zu finden", heißt es.

Eine Umfrage unter den knapp 370 Mitgliedern des Vereins De Kär, der den "Beki" unterstützt, ergab: die Mehrheit (62 Prozent) zahlt nur "manchmal" mit "Beki". Über 70 Prozent der Mitglieder machen sich dank des "Beki" allerdings mehr Gedanken über ihr Konsumverhalten.

86 777 "Beki" (rund die Hälfte des in Umlauf gebrachten Regiogeldes) sind im ersten Jahr seines Bestehens von den Geschäften in Euro zurückgetauscht worden. Dabei fällt eine Gebühr von fünf Prozent an, die zu zwei Fünfteln für Verwaltungskosten genutzt und zu drei Fünfteln an Behindertenwerkstätten oder Schulprojekte gespendet wird. Hier hat das Regiogeld also in jedem Falle bereits etwas bewirkt.