Fetter Donnerstag : Holländer aus Eisen stürmten das Rathaus in Nohfelden

Mit Käse bestach der Bürgermeister die Eindringlinge, dann rückte er rasch den Schlüssel raus.

Es war mehr ein Freundschaftsspiel denn eine ernsthafte Begegnung, das Zusammentreffen der Narrenschar aus Eisen und den übrigen Karnevalsvereinen der Gemeinde mit Bürgermeister Andreas Veit (CDU). Frau Antje – Verzeihung – Kerstin Jene-Molter hatte leichtes Spiel mit dem Gemeindeoberhaupt, der sich ja auch schon gut vorbereitet mit Stirnband in den holländischen Nationalfarben und langen Haaren der Übernahme stellte. Angesichts der mit Käse bewaffneten Übermacht auch die einzig richtige Entscheidung, denn so wurde ein unnötiges Alkoholvergießen vermieden und die Waffenstillstandsverhandlungen vor dem Nohfelder Rathaus konnten in beiderseitigem Einvernehmen über die Bühne gehen.

Derweil wurden Tulpensalven durch die Meisje ins Publikum gefeuert. Sehr zur Freude der einheimischen Damenwelt. „Eens zwee trie – do zwinge mir de Birjermeeschder in die Knie“, intonierte die Anführerin der Revolte in einwandfreiem Eisener Holländisch. „De Schlessel her! Jetzt reck ne raus! Dann esses endlich us, dei Rathaus!“

Bürgermeister Veit begrüßte die Holländer als willkommene Steuerzahler, denn schließlich ist ja Center-Parcs am Bostalsee ein holländisches Gewächs. Er outete sich dann auch als Hollandfan, „denn ich fahre schon seit vielen Jahren dorthin“, so der Verwaltungschef. Mit einer Käseplatte beschwichtigte er die Truppe und warb um ein mildes Urteil. Nach der Schlüsselübergabe zogen die Beteiligten in einer Polonaise ins Rathaus, um im Ratssaal zu feiern.