Rallye: Elektro-Autos statt Auspuff-Geknatter?

Rallye: Elektro-Autos statt Auspuff-Geknatter?

Nohfelder Gemeinderat debattiert über WM-Lauf am Bostalsee. Mehrheit sieht Chance für die Wirtschaft in der Region.

"Nicht jeder ist für die Rallye", sagte ein Besucher, als er den Sitzungssaal im Nohfelder Rathaus verließ. Dort tagte der Gemeinderat - und auch dort war nicht jeder für das Motorsport rennen. So sagte Thomas Fries von der UBNN: "So eine Veranstaltung ist nicht mehr zeitgemäß." Ein Auto sei dafür da, um die Menschen von A nach B zu bringen, nicht, um damit Sport zu treiben. Er schlug vor, mal über eine Rallye mit Elektro-Autos nachzudenken.

Die anderen Fraktionen im Rat zeigten sich hingegen stolz und glücklich, dass der WM-Lauf vom 17. bis 20. August wieder am Bostalsee Station macht. Und auch Bürgermeister Andreas Veit (CDU) sprach von einer "Veranstaltung von internationalem Rang". Und CDU-Sprecher Michael Dietz wies darauf hin, dass mit der Deutschland-Rallye jede Menge Aufmerksamkeit auf den Bostalsee und das St. Wendeler Land gelenkt werde. Eine Motorsport-Veranstaltung sei immer umstritten, das ist ihm bewusst. "Aber die wenigen Tage mit Einschränkungen können wir aushalten." Das sah der SPD-Sprecher Eckhard Heylmann genauso: "Auf diese Veranstaltung sollte man stolz sein." Sie sei nicht nur gut fürs Image, sie bringe auch Geld in die Region. Heylmann: "100 000 bis 200 000 Zuschauer aus aller Welt, die hier essen, trinken und tanken, das ist echte Wertschöpfung."

Grund für die Diskussion im Rat war die Tatsache, dass Thomas Winkler vom ADAC die Eckpunkte der Rallye vorstellte. "Für uns beginnt die Veranstaltung schon am 9. August", sagte er. Denn dann werde ein Teil des Orga-Teams ein Zelt am Bostalsse beziehen, von wo aus der Servicepark betreut werde. Parallel dazu, vielleicht auch schon früher, beginne der Aufbau. Die Fläche sei komplett verplant für die vier Herstellerteams. Diese werden ab 9. August anreisen.

Wichtig für die Bevölkerung sei der Fakt, dass das Strandbad an dem verlängerten Wochenende der Rallye-Woche - also 12. bis 15. August - regulär zu nutzen sei. Ernst werde es ab Mittwochmorgen, 16. August. Bis in die späten Abendstunden werde die Straße zwischen Bosen und Neunkirchen/Nahe gesperrt; in der Nacht soll die Vollsperrung aufgehoben werden.

Mit größeren Problemen rechnet Winkler am Sonntag, 20. August. Wegen der Wertungsprüfung "St. Wendeler Land" müsse die Landstraße zwischen Neunkirchen/Nahe und Gonnesweiler bis in den späten Nachmittag hinein gesperrt werden. Von 6 bis 15 Uhr, schätzt er. Anwohner in Bosen würden mit einem Durchfahrtsschein ausgestattet. Wer wegen der Kirmes Besuch erwarte, solle sich mit diesen Scheinen ausstatten. Diese sind kurz vor der Rallye beim Ortsvorsteher erhältlich.

Auch Winkler hebt die Werbung für die Region hervor. Die Siegerehrung im Servicepark werde definitiv im Fernsehen übertragen, ob live, das stehe noch nicht fest. Die letzte Wertungsprüfung - "St. Wendeler Land" - werde ab 12.18 Uhr live übertragen. Aber auch hier gibt es noch ein Fragezeichen. Winkler: "Welcher Sender überträgt, das wissen wir noch nicht."

Zum Thema:

Der WM-Lauf geht vom 17. bis 20. August über die Bühne. Auf der Festwiese am Bostalsee wird der Servicepark eingerichtet. Der Shakedowen (Trainingslauf) findet am Donnerstag, 17. August, auf dem Peterberg in Eiweiler statt. Am Sonntag, 20. August, wird der Wertungslauf "St. Wendeler Land" gefahren. Betroffen sind die Ortsteile Mosberg-Richweiler, Walhausen, Neunkirchen/Nahe und Gonnesweiler.

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