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Prüfung zum Einsatztaucher am Bostalsee

Übung : Neue Taucher für die Wasserrettung

Am Bostalsee haben Mitglieder der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft ihre Einsatztauch-Prüfung absolviert. Alle meisterten die Aufgaben mit Bravour.

In den frühen Morgenstunden gegen 5 Uhr meldete sich per Notruf ein Mann bei der Leitstelle Saarland. Er gab an, beobachtet zu haben, wie ein Angler mit seinem Boot auf dem Bostalsee kenterte. Dann seien Boot und Angler im Wasser versunken. Sofort wurden die örtliche Feuerwehr, der Rettungsdienst und die Wasserrettungseinheit der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) Bezirk St. Wendel alarmiert.

Dieser Einsatz war glücklicherweise nicht echt, sondern gehörte zum praktischen Teil der Einsatztaucher-Prüfung, die zusammen mit einer Einsatztaucherfortbildung des DLRG Landesverbandes Saar unter Federführung der Wasserrettungseinheit des Bezirks St. Wendel am Bostalsee absolviert wurde. Wie ein Sprecher der DLRG weiter berichtet, stellten sich fünf Anwärter aus den Bezirken Saarbrücken, Saarlouis und St. Wendel der  Prüfung.  Zunächst wurde das theoretische Wissen in einem 120 Minuten dauernden schriftlichen Test abgefragt. Darin ging es um Themen wie Erste Hilfe, Tauchphysik und Suchmethoden unter Wasser.

Dieses Wissen galt es dann, im praktischen Teil am Bostalsee einzusetzen. Denn die DLRG bekam den Auftrag, das versunkene Boot sowie den vermissten Angler zu orten und alle Maßnahmen zur noch möglichen Rettung einzuleiten. Die Prüflinge mussten mit dem vorhandenen Personal die Einsatzlage schnell und effektiv abarbeiten. Zwei Motorrettungsboote wurden zu Wasser gelassen, eines ausgestattet mit einem Side-Scan-Sonar für die Personen- und Objektortung unter Wasser, um nach dem vermissten Angler und dem versunkenen Boot zu suchen. In der Zwischenzeit machten sich zwei Einsatztauchertrupps für die Rettung/Bergung bereit.

Wie die DLRG erläutert, ist Einsatztauchen eine Kernaufgabe der Gesellschaft. Einsatztaucher sind Spezialisten unter Wasser und dann gefordert, wenn Rettungsschwimmer und Motorrettungsboote alleine nicht mehr ausreichen, einen Verunglückten aus dem Wasser zu retten. Die Ortung, die Suche, die Rettung eines Verunglückten oder die Bergung einer Leiche aus dem Wasser gehören zu ihren Aufgaben, sie werden aber auch zur Bergung von Sachgütern, Fahrzeugen und Müll eingesetzt.

Einsatztaucher der DLRG im Landesverband Saar durchlaufen eine knapp zweijährige, modular aufgebaute Ausbildung. Diese ist so strukturiert, dass der Einsatztaucher später in seiner ehrenamtlichen Tätigkeit den hohen psychischen als auch physischen Belastungen gewachsen ist, was auch weiterhin ein ständiges Training mit und ohne Tauchgerät erfordert.

Zurück zum Einsatz: Schnell konnten mithilfe des Ortungsgerätes Angler und Boot auf dem Seegrund in fünf Metern Wassertiefe geortet und mit einer Boje markiert werden. Sofort ging es für den ersten Einsatztauchertrupp vom Boot aus ins 18 Grad warme Wasser. Die vermisste Person konnte bewusstlos an die Wasseroberfläche gebracht werden. An Land übernahm das Rettungsdienstpersonal. Der Angler musste wiederbelebt werden.

Im weiteren Einsatzverlauf, so die DLRG weiter, wurde der zweite Einsatztauchertrupp ins Wasser geschickt, um das versunkene Boot zu bergen. Hierbei wurde ein Hebesack angebracht und mit Luft befüllt, sodass das Boot zur Wasseroberfläche auftrieb. Anschließend wurde es mit dem Motorrettungsboot in die Nähe des Ufers geschleppt und mit dem nachalarmierten Gerätewagen-Kran des Löschbezirks Freisen aus dem Wasser geborgen.

„Diese vorgegebene Einsatzlage stellte eine große Herausforderung für alle eingesetzten Einsatzkräfte dar, die aber schnell und wirklich mit Bravour abgearbeitet worden ist“, wertet die DLRG.  Neben dem Einsatz standen weitere praktische Tests an. So mussten die Prüflinge in ABC-Ausrüstung (Tauchanzug, Flossen, Taucherbrille, Schnorchel)  ohne separate Luftzufuhr eine Plattform in 10 Metern Tiefe antauchen, Klarzeichen geben und wieder an die Wasseroberfläche auftauchen.

Dann erfolgte ein 60 Sekunden-Tauchen mit Ortsveränderung sowie ein 40-Meter-Streckentauchen an einer unter Wasser verlegten Leine. Diverse Knoten mussten gezeigt werden. Mit dem  autonomen Leichttauchgerät mit Vollmaske (ALTG) mussten die Prüflinge ebenfalls verschiedene Tauchgänge und Übungen abarbeiten.

Zum Abschluss stand noch das 1500 Meter Seeschwimmen in ABC-Ausrüstung an. Die fünf Prüflinge wurden mit dem Motorrettungsboot mitten auf dem See abgesetzt. Von dort aus mussten sie im Verbund das Ziel an der Surferbasis in Gonnesweiler erreichen. Müde und erschöpft kamen die Prüflinge am Ufer an und wurden als neue Einsatztaucher der DLRG im Landesverband Saar getauft.