Porträts mit Fledermäusen

Neunkirchen. Der letzte Pinselstrich ist noch nicht geschwungen, noch nicht alle Bilder sind gerahmt, aber Nicole Nix-Hauck ist zuversichtlich, dass Bürgermeister Jürgen Fried die Ausstellung des Kinder- und Jugendateliers an diesem Sonntag pünktlich um 15 Uhr eröffnen kann. Da sind am Samstag noch einige Überstunden fällig

Neunkirchen. Der letzte Pinselstrich ist noch nicht geschwungen, noch nicht alle Bilder sind gerahmt, aber Nicole Nix-Hauck ist zuversichtlich, dass Bürgermeister Jürgen Fried die Ausstellung des Kinder- und Jugendateliers an diesem Sonntag pünktlich um 15 Uhr eröffnen kann. Da sind am Samstag noch einige Überstunden fällig. Sowohl von der Leiterin der Städtischen Galerie Neunkirchen als auch von Marliese Jung-Dörr, die seit September mit großem Erfolg Kinder und Jugendliche an die Kunst heranführen. Ihre Schützlinge haben in den vergangenen Monaten so Erstaunliches geleistet, dass sie es "verdient" haben, ihre Werke in einer eigenen Ausstellung zu präsentieren. "Es soll eine Anerkennung, aber auch ein Dankeschön sein", sagt Nicole Nix-Hauck, die der Saarbrücker Zeitung vorab schon einmal einen Einblick in die Ergebnisse gab.Die Kinder von sechs bis acht Jahren und von neun bis zwölf haben sich von zwei Van-Gogh-Bildern inspirieren lassen. Es gehe hier nicht ums Abmalen, betont Nix-Hauck. Vielmehr lernen die Kinder, wie man die Technik des Künstlers selbst umsetzen und etwas Neues schaffen kann. Ein besonderes Aha-Erlebnis hatten die meisten Jungen und Mädchen, als sie zuallererst den recht dunklen Hintergrund malen sollten und dann erst die Vase mit den Blumen oder den blühenden Pfirsichbaum. Eine solche Technik funktioniert natürlich nur mit stark deckenden Farben wie hier Acrylfarbe. Auch, dass man Wolken besser mit einem nassen Schwamm tupft, als sie mit einem Pinsel zu malen, war einer der Tipps, die die jungen Künstler erhielten.Eine anspruchsvolle Technik wendete der Kurs der Älteren ab 13 Jahren an. Sie fotografierten sich zunächst gegenseitig mit dem Handy und übertrugen das Porträt in ein quadratisches Raster. Dann wurde das Porträt mit Tontrennung übertragen und ein Hintergrund ausgesucht, der den eigenen Vorstellungen entsprach. Das waren zum Beispiel jede Menge Fledermäuse oder appetitliche Erdbeeren. Dies sei eine sehr arbeitsintensive Technik erklärt Nicole Nix-Hauck, deshalb werden die letzten Bilder erst am Samstag fertig gestellt. Über die drei Etagen der Städtischen Galerie wird von jedem Kind mindestens ein Bild gezeigt. Viel mehr geht nicht, denn an den vier Kursen - einer wurde zusätzlich eingerichtet - haben 50 Kinder und Jugendliche teilgenommen. Die beiden Atelier-Leiterinnen hatten zwar schon damit gerechnet, dass ihre Idee in Neunkirchen Zuspruch finden würde. "Aber dass es sich so entwickeln würde, damit hätten wir nicht gerechnet", freut sich Nicole Nix-Hauck. So ist es selbstverständlich, dass es am 21. März mit einem neuen Semester weitergehen wird, zumal die Bank 1 Saar wieder zugesagt hat, die Materialkosten zu übernehmen. Allerdings sind alle Kurse schon ausgebucht, obwohl diesmal sogar acht Schüler mehr als vorgesehen aufgenommen werden. Hoffnung gibt es trotzdem, denn ab September ist ein zusätzlicher Samstagtermin im Monat geplant.Geöffnet ist die Ausstellung vom 16. bis 22. Februar: Montag bis Freitag von 10 bis 12.30 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, Samstag von 14 bis 17 Uhr und Sonntag von 14 bis 18 Uhr.

Auf einen Blickred