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Pfeiffer seit 50 Jahren an der Pfeife

Pfeiffer seit 50 Jahren an der Pfeife

Für ein seltenes Jubiläum ist Schiedsrichter Manfred Pfeiffer beim Ehrungsabend der Schiedsrichtergruppe Prims mit einer Ehrenurkunde ausgezeichnet worden: Der 72-jährige Hüttersdorfer leitet seit mittlerweile 50 Jahren als Unparteiischer Fußballspiele.

Nein, er hat noch lange nicht genug. "So lange es noch geht, mache ich als Schiedsrichter weiter", sagt Manfred Pfeiffer (72) stolz. Dabei ist der Hüttersdorfer schon so lange dabei wie kaum ein anderer Unparteiischer im Saarland. Pfeiffer wurde vor Kurzem für seine 50-jährige Schiedsrichtertätigkeit vom Saarländischen Fußballverband geehrt.

Rückblick: In den 50er Jahren jagte Pfeiffer als Spieler bei seinem Heimatclub, den SF Hüttersdorf, dem Ball hinterher. Dann setzte ihn eine schwere Fußverletzung außer Gefecht. "Ich habe damals bei Saarberg gelernt - und dort arbeitete auch der damalige Schiri-Obmann Karl Lenhof. Er hat zu mir gesagt, ich solle doch Schiedsrichter werden, da würde mir das mit den Verletzungen nicht passieren", berichtet Pfeiffer. Der Hüttersdorfer nahm den Rat seines Arbeitskollegen an - und in der Spielzeit 1962/63 stand er erstmals im schwarzen Dress auf dem Platz. "Wenn ich mich recht erinnere, war mein erstes Spiel in Thalexweiler. Was für eine Spielklasse das damals war, kann ich aber nicht mehr sagen", sagt Pfeiffer.

Als Linienrichter schaffte er es sogar bis in die höchsten saarländischen Spielklassen. Unter anderem war er dort im Gespann mit ehemaligen Bundesliga-Unparteiischen wie Ferdinand Biwersi oder Walter Engel unterwegs. "In den 60er Jahren war bei den Spielen immer noch die Hölle los. Selbst in den unteren Klassen waren immer 300 bis 500 Leute da", erinnert sich der Rentner.

Im Alter von 55 Jahren entschloss sich Pfeifer, keine Spiele mehr von aufstiegsberechtigten ersten Mannschaften zu leiten. "Ich habe gemerkt, wann es Zeit ist, damit aufzuhören. Dafür ist ja auch eine gewisse Fitness nötig." Seine Pfeife wollte er aber dennoch nicht an den Nagel hängen. Spiele von zweiten Mannschaften, der Jugend und der Alten Herren leitet der Unparteiische immer noch. "Die Spiele der AH sind am schlimmsten. Einige meinen da, sie seien immer noch so gut wie früher. Alles andere ist aber locker machbar", erklärt der 72-Jährige lachend.

Am besten unauffällig

Neben seiner Schiedsrichter-Tätigkeit kümmert sich Pfeiffer auch um den Nachwuchs - und das gleich in doppelter Funktion. Von 1985 an war er 20 Jahre Jugendleiter bei den Sportfreunden Hüttersdorf. Auch heute noch wirkt er in der Jugendabteilung des Bezirksligisten mit, wenn auch eher im Hintergrund. Zum anderen kümmert sich Pfeiffer auch um den Nachwuchs der Unparteiischen. Als Pate begleitet er junge Unparteiische und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Sein Tipp für seine Schützlinge: "Am besten leitet man ein Spiel unauffällig. Gleichzeitig sollen die Spieler aber wissen, was man macht. Wenn ich einen Freistoß pfeife, erkläre ich, was der Spieler gemacht hat und warum ich gepfiffen habe."

sfh-jugend.de