Ortsvorsteher von Neunkirchen/Nahe sucht Kaufmann für ehemaligen Lebensmittelmarkt

Kostenpflichtiger Inhalt: Ungewisse Zukunft in Neunkirchen/Nahe : Ortsvorsteher sucht Kaufmann für den Markt

Erwin Barz möchte unbedingt wieder eine Einkaufsmöglichkeit in Neunkirchen/Nahe schaffen. Doch die Zeit drängt.

Die Verkaufsfläche ist leer geräumt. Die Theken und Kühltruhen sind entsorgt und die Regale abgebaut. Im Inneren erinnert mittlerweile kaum noch etwas an den ehemaligen Nah-und-Gut-Einkaufsmarkt in Neunkirchen/Nahe. Dieser hatte am 28. Februar vergangenen Jahres kurzfristig geschlossen. „Das war ein abrupter und riesiger Einschnitt für die Kunden“, erinnert sich Ortsvorsteher Erwin Barz. Den Bürgern sei damals die einzige Einkaufsmöglichkeit im Dorf verloren gegangen. Bis heute würden viele Menschen aus Neunkirchen/Nahe und den umliegenden Dörfern dem Markt nachtrauern. „Ich werde oft gefragt, ob es schon einen neuen Betreiber gibt, und wie es mit dem Gebäude weitergeht“, berichtet Barz. Auch seien zahlreiche Gerüchte über die Zukunft der Immobilie im Umlauf. Doch der Ortschef stellt klar: „Noch ist nichts entschieden.“

Nach der Schließung des Marktes habe sich der ehemalige Betreiber selbst um einen Nachfolger kümmern wollen. Seine Versuche seien allerdings erfolglos geblieben. „Auch die von mir persönlich angesprochenen Unternehmensgruppen zeigten nur geringes Interesse“, sagt Barz. Sie hätten ihm erklärt, dass im ländlichen Raum in erster Linie Marktflächen in zentraler Lage und vor allem mit einer bestimmten Größe gefragt seien. Da könne das Gebäude in Neunkirchen/Nahe nicht mithalten. Dort betrage die Gesamtfläche 800 Quadratmeter, inklusive des Parkplatzes. Die reine Verkaufsfläche belaufe sich auf etwa 580 Quadratmeter. „Es gab zwar immer mal wieder Einzelbewerber. Die haben ihre Interessenbekundung jedoch meist aufgrund der anstehenden Investitionskosten wieder zurückgezogen“, erzählt Barz.

Im Juni 2019 wendete sich das Blatt: Ein Kaufmann habe sich gemeldet. Er ließ Analysen erstellen und wertete Umsatzbilanzen aus. „Es wurde an einem Filial- und Franchisekonzept gearbeitet, inklusive einer mobilen Versorgung“, sagt der Ortsvorsteher. Alles sah danach aus, als würde der Einkaufsmarkt im Frühjahr 2020 wieder eröffnen. Doch der Deal platzte. „Im Dezember hat mich der Kaufmann angerufen und mir mitgeteilt, dass er das Projekt aus persönlichen Gründen derzeit nicht weiterverfolgen könne“, erklärt Barz enttäuscht. Doch der Ortschef lässt sich trotz des Rückschlags nicht unterkriegen.

„Es ist weiterhin mein Bestreben, das Gebäude als Einkaufsmarkt zu nutzen“, stellt er klar. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht werde der Standort des Marktes durch eine mittlerweile interessierte Unternehmensgruppe als „überhaupt nicht schlecht“ eingestuft. Schließlich liege die Immobilie an der Durchfahrtsstraße zum Bostalsee und biete als Einzugsgebiet das Dorf nebst Seniorenzentrum, die umliegenden Orte sowie den Campingplatz. „Die Unternehmensgruppe hat sich inzwischen als Regie-Betrieb angeboten“, sagt Barz. Das heißt, sie würde beispielsweise Regal- und Kühlsysteme stellen. Die Bäckerei, die derzeit noch einen Standort im ehemaligen Einkaufsmarkt betreibt, wolle dort weiterhin ihre Waren anbieten.

Fehlt also nur noch ein Kaufmann. Und der muss möglichst schnell her. Denn: „Der Vertrag des Vormieters läuft im Februar aus. Sollte sich bis dahin niemand finden, wird sich der Besitzer der Immoblie auch nach anderen Nutzungsmöglichkeiten umschauen. Das würde bedeuten, der Lebensmittelmarkt wäre für immer gestorben“, warnt Barz. Er hofft daher, dass sich interessierte Kaufleute in naher Zukunft bei ihm melden werden.

Potenzielle Kaufleute können sich wenden an: Ortsvorsteher Erwin Barz, Tel. (0 68 52) 16 00.