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Ort der Ruhe und Besinnung für Gläubige

Ort der Ruhe und Besinnung für Gläubige

Als Andachtsort wird das Beckinger „Bildchen“ seit 200 Jahren aufgesucht. Gläubige, aber auch Wanderer besuchen den Bildstock, dessen Zentrum die Gottesmutter mit dem Jesuskind ist. Am Sonntag wird rund ums „Bildchen“ gefeiert.

Das 200-jährige Bestehen des als Gebetsstätte bekannten "Bildchens" im Staatswald bei Beckingen will die Initiative "Freunde des Beckinger Bildchens" am kommenden Sonntag. 1. September, mit vielen Gästen feiern.

Begonnen wird dort um 10.30 Uhr mit einem festlichen Hochamt. Um die Mittagszeit gibt es Erbsensuppe, Rostwurst nebst Getränken aller Art sowie später Kaffee und Kuchen. Das DRK bietet einen Fahrdienst ab dem Waldparkplatz bei der Reitanlage hin und zurück an. Das im Februar vergangenen Jahres in die Denkmalliste des Saarlandes aufgenommene Kleinod bedeutet für viele Gläubige aus Beckingen und Umgebung viel. Wie andere Kapellen und Gnadenbilder überall im katholischen Saarland und sonstigen Gegenden als stumme und doch beredete Mahnmale an Straßen, in Orten oder einsamen Plätzen stehen, gilt dies auch für das Bildchen.

Diese Bildstöcke errichteten Vorfahren in frommem Sinn in glaubensstarker Zeit. Sie sollten die Dankbarkeit für die Hilfe Gottes, eines angerufenen Heiligen oder die Erinnerung an denkwürdige Begebenheiten zum Ausdruck bringen. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelten sich die Gedenksteine zu von frommen Menschen gerne aufgesuchten Orten der Andacht. Auch in unserer heutigen, hektischen Zeit sind sie eine Zufluchtstätte sowie Ort der Ruhe und Besinnlichkeit. So finden Gläubige und Wanderer, die diese Erholung suchen, am viel begangenen Weg nach Düppenweiler im Bauernwald bei Beckingen, einen solchen kleinen Bildstock.

Das "Bildchen", wie er im Volksmund genannt wird, stellt die Gottesmutter mit dem Jesuskind in einem umgebenden schlichten Säulenbau von 1,80 Meter Länge, 1,20 Meter Breite und zirka 4 Meter Höhe dar. Der ursprüngliche Bildstock wurde vermutlich während den Napoleonischen Kriegen zerstört und geriet in Vergessenheit, bis eines Tages der Techniker Jungmann bei einer seiner heimatkundlichen Exkursionen am Fuße des übrig gebliebenen Steinhaufens graben ließ. Dabei wurden ein Sandstein mit der Jahreszahl 1813 und der untere Teil einer Statue, die einst eine sitzende Mutter Gottes darstellte, gefunden. Mit einigen gleich gesinnten Helfern und vielen Spenden aus der Bevölkerung des Dorfes wurde das neue "Bildchen" als Marien-Verehrungsstätte errichtet. Am 11. Juli 1926 nahm Kaplan Frings die feierliche Einsegnung vor.

Eine große Anzahl an Votivtäfelchen bezeugt die Dankbarkeit der Gläubigen, die hier bei Maria Trost und Hilfe in ihren verschiedensten Anliegen, von der Genesung bei Krankheiten bis zum Beistand in anderen Nöten, fanden. In den Jahren 1956/57 wurde das "Bildchen" zu einer offenen Kapelle mit einem Glasdach auf einer tragenden Stahlkonstruktion. Somit waren die Besucher, für die auch Bänke aufgestellt wurden, bei Regenwetter geschützt.

In der Nacht zum 1. März 1990 gab es jedoch einen herben Rückschlag, als vom Orkan "Wiebke" entwurzelte Bäume das Dach zerstörten. Aber sehr schnell fanden sich Spender für den Wiederaufbau. Dieser erfolgte fachgerecht durch das Technische Hilfswerk (THW) Beckingen unter Leitung seines damaligen Ortsbeauftragten Will Schreier (+) nach dem Planentwurf des Haustadter Architekten Eugen Maringer (+) zu einem neuen, kapellenartigen Bauwerk.

Beckinger Frauen besorgen die Pflege des Kleinods. Im Hinblick auf das Fest am Sonntag wurden sie jetzt von Wehrleuten des Löschbezirks Beckingen beim Reinigen des Daches und Umfeldes unterstützt. Im Jubiläumsjahr stellt das "Bildchen", zu dem auch ein Kreuzweg mit den Holzkreuzstationen führt, heute einen schönen, viel besuchten, frommen und idyllischen Ort im Bauernwald dar.