Optimismus trotz Krankheit

Gonnesweiler. Als Regina Kurz aus St. Wendel vor Jahren davon erfuhr, dass sie an Morbus Bechterew erkrankt sei, traf sie fast der Schlag. "Ich bin damals von Arzt zu Arzt gelaufen, doch niemand konnte mir etwas Genaues sagen", berichtet sie. Eine genaue Diagnose der Krankheit kann laut Gerhard Werner, dem Vorsitzenden des Landesverbands zwischen sieben und acht Jahren andauern

Gonnesweiler. Als Regina Kurz aus St. Wendel vor Jahren davon erfuhr, dass sie an Morbus Bechterew erkrankt sei, traf sie fast der Schlag. "Ich bin damals von Arzt zu Arzt gelaufen, doch niemand konnte mir etwas Genaues sagen", berichtet sie. Eine genaue Diagnose der Krankheit kann laut Gerhard Werner, dem Vorsitzenden des Landesverbands zwischen sieben und acht Jahren andauern. Doch worum handelt es sich bei der Krankheit eigentlich genau? Morbus Bechterew (Spondylitis ankylosans, oder AS) ist eine chronisch entzündliche rheumatische Krankheit mit Schmerzen und Versteifung von Gelenken. Sie betrifft überwiegend die Lenden- und Brustwirbelsäule und die Kreuz- und Darmbeingelenke. Außerdem kann zu es Entzündungen der Regenbogenhaut des Auges und selten auch anderer Organe kommen. An einer AS erkranken überwiegend junge Menschen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr, der Krankheitsverlauf tritt häufig schubweise auf, und variiert zwischen einzelnen Patienten. "Obwohl ihre Ursachen nicht vollständig bekannt sind, scheinen sie in der Störung des Immunsystems zu liegen", informiert Werner. Bei etwa 70 Prozent der Erkrankten könne der Faktor festgestellt werden. "Für die Krankheit gibt es kein Allheilmittel", meint Werner weiter. Es sei jedoch sehr wichtig, neben der medikamentösen Behandlung sich regelmäßig zu bewegen und systematisch Krankengymnastik durchzuführen. Im Saarland liegt die Zahl der an Bechterew erkrankten Menschen aktuell zwischen 1500 und 2000. Vor 25 Jahren wurde zum Zwecke der Selbsthilfe unter dem Dach der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew auch der Landesverband Saarland und die Selbsthilfegruppe im Landkreis St. Wendel gegründet. Der Landesverband weist aktuell 130 Mitglieder auf, in der Gruppe St. Wendel sind 32 Bechterew-Patienten organisiert. Mitgründer und Triebfeder im Landesverband und in der der Selbsthilfegruppe damals wie heute ist Sigmar Fritsch, dessen herausragende Verdienste auf der 25-Jahrfeier entsprechend gewürdigt wurden. "Er ist ein Vorbild, Leitfigur und Sympathieträger zugleich", lobt Landrat Udo Reckenwald, in seiner Eigenschaft als Schirmherr der Gruppe aus dem Landkreis. Fritsch führe eine Gruppe die nie etwas fordere, sondern etwas selbst für sich und für uns tut. Der Nohfeldener organisiert für die Mitglieder Feste, Wanderungen und Ausflüge, und trifft sich mit ihnen zur Gymnastik. "Bei allen Treffen versteht er es immer uns zu motivieren. Das stärkt besonders unser Selbstwertgefühl", charakterisiert ihn Regina Kurz. Nachdem sie von ihrer Krankheit wusste, sei Frisch ihr erster Ansprechpartner gewesen. In Saarbrücken, Blieskastel, Illingen und Saarlouis gibt es weitere Selbsthilfegruppen im Saarland.

Auf einen BlickIm Rahmen der Veranstaltung wurden vom DVMB Landesverband Saar für 25-jährige Mitgliedschaft geehrt: Sigmar Fritsch, Alfred Georgi, Renate Abel, Josef Kiefer, Axel Hautz, Rudi Hurth, Erich Kraneis, Horst Lott, Anita Peszkay, Berthold Wadle, Hans Bayer, Hermann Biehl, Beate Diener, Werner Lermen, Alfred Quack, Klaus Schmitt, Klaus-Dieter Zeimet, Gerhard Brehm, Hans-Peter Kessler und Josef Puhl. frf