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Nohfelder Feuerwehrleute sind für den Ernstfall nun besser gerüstet

Versammlung : Neue Ausrüstung für Nohfeldener Wehr

Mit einer Haspel können bis zu 160 Meter Schlauch ausgerollt werden – wie bei einer Kabeltrommel.

Verschiedene Gründe haben den Förderverein der Feuerwehr des Löschbezirks Nohfelden dazu bewogen, das örtliche Hilfeleistungs-Löschgruppenfahrzeug mit zwei sogenannten Einpersonen-Haspeln auszurüsten. Bei zunehmenden Anforderungen an die Feuerwehr solle dieses Hilfsmittel dazu dienen, den Einsatzkräften die Arbeit zu erleichtern. Die Mitglieder informierte der Vereinsvorsitzende Marco Brenner bereits auf der Versammlung über die Anschaffung – noch in Vor-Corona-Zeit.

„Immer weniger Feuerwehrangehörige arbeiten heimatnah, weshalb es insbesondere tagsüber schwierig wird, die Einsatzfahrzeuge komplett zu besetzen“, erklärte der Vorsitzende. Vor diesem Hintergrundmüssten mittlerweile nicht selten mehrere Löschbezirke zu einem Schadensereignis alarmiert werden, um so die Hilfe im Notfall sicherzustellen. Zudem hätten die Einsatzkräfte in Wohngebieten früher etwa alle 100 Meter einen Hydranten zur Löschwasserentnahme aus dem öffentlichen Netz vorgefunden. Heute würden sie meist nur noch alle 150 Meter eingebaut. „Zum schnelleren Aufbau einer Wasserversorgung haben sich als Kompensationsmaßnahme Schlauch-Haspeln bewährt, die am Fahrzeugheck angehängt sind“, so der Vorsitzende. Ähnlich einer Kabeltrommel könnten damit binnen kürzester Zeit bis zu 160 Meter Schlauch ausgerollt werden.

Des Weiteren seien alle nötigen Gerätschaften für die Wasserentnahme auf der Haspel verladen, sodass Weg und Zeit zum Fahrzeug hin und wieder zurück eingespart werden könne, den man sonst bräuchte, um die Gerätschaften am Fahrzeug zu entnehmen. „Darüber hinaus ist es möglich, dass dieser Aufbau von lediglich einer Person bewältigt werden kann“, erläutert Brenner.

Dabei liege das Augenmerk des Fördervereins auf einem Mehr an Sicherheit für die Einsatzkräfte. Hintergrund sei, dass aufgrund von Änderungen in der Polizeiorganisationsstruktur im Saarland die Feuerwehren der Gemeinde Nohfelden die Unglücksstellen meist vor der Polizei erreichten und die Einsatzstelle dann noch nicht abgesichert sei. „Bei Einsätzen auf Straßen und Autobahnen steht der Eigenschutz der Feuerwehrangehörigen an erster Stelle, sodass eine Absicherung der Einsatzstelle eine der ersten Maßnahmen ist“, sagt Brenner. Mit der Haspel stehe den Einsatzkräften frühzeitig genügend Material für eine Absicherung zur Verfügung, die darüber hinaus mit wenig Personal aufgebaut werden könne, und somit Personal und Zeit für die Rettung von Unfallopfern gewonnen werde. Rund 15 000 Euro habe der Verein hierfür investiert.

Auf der Mitgliederversammlung wurden die beiden Haspeln an den Löschbezirk Nohfelden übergeben. „Nun gilt es, den Umgang mit der neuen Ausstattung zu trainieren, damit sie im Einsatz effizient eingesetzt werden kann“, betont der Vorsitzende.