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Nohfelden will Fair-Trade-Gemeinde werden

Gemeinderat Nohfelden : Nohfelden will Fair-Trade-Gemeinde werden

Gemeinderat hat nun auch offiziell beschlossen, für die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen einzustehen.

Die Gemeinde Nohfelden will ihre Nachhaltigkeits-Strategie nun auch in einem offiziellen Label münden lassen: Sie will – wie auch der Landkreis St. Wendel – Fairtrade-Kommune werden. Dafür gilt es einige Voraussetzungen zu erfüllen. Diese seien aber „überschaubar“, wie es Bürgermeister Andreas Veit (CDU) in der jüngsten Gemeinderatssitzung in der Köhlerhalle in Walhausen ausdrückte. Eine dieser Voraussetzungen ist der Ratsbeschluss. Dieser fiel einstimmig aus. Nun werde die Verwaltung Kontakt mit Schulen, Gastronomie und Handel aufnehmen, sagte Veit. Und fügt hinzu: „Produkte sollen so gehandelt werden, dass sie nicht auf Kosten derer, die sie herstellen, oder auf Kosten von Natur und Umwelt gehen.“

Das gelte auch für seine Verwaltung. Wie Sarah-Maria Welter, die bei der Gemeinde Nohfelden für dieses Thema zuständig ist, erklärt, müssen im Rathaus mindestens zwei Produkte angeboten werden, die fair gehandelt werden. Das gilt auch für die Gastronomie. Hier müssen zwei Betriebe in der Gemeinde jeweils zwei solche Produkte anbieten. Im Handel sind es vier Geschäfte mit jeweils zwei Produkten. Eine Schule, eine Kirchengemeinde und ein Verein müssen jeweils Informations- und Bildungsaktivitäten zum fairen Handel und fair gehandelte Produkte vorhalten. Außerdem müssen sie mindestens einmal pro Jahr eine größere Aktion, die die regelmäßige Informations- und Bildungsaktivitäten ergänzt, organisieren. Beispielsweise kann das Thema fairer Handel in den Unterricht oder bei Projekttagen eingebracht werden. Auch die Lehrer können die Kampagne durch die Umstellung auf Fairtrade-Kaffee im Lehrerzimmer unterstützen, betont Welter. Ein weiteres Kriterium ist, dass über die Aktivitäten in der Gemeinde auch öffentlich berichtet wird. „Das ist alles machbar“, denkt Veit. Und ebenso der Rat, der einstimmig den Wunsch mitträgt, Fairtrade-Town zu werden.

Das ist aber noch nicht alles. Der Fairtrade-Beschluss gehörte zum übergeordneten Tagesordnungspunkt „Agenda 2030“. Mit dieser Erklärung möchte die Gemeinde sich für die Umsetzung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen auf kommunaler Ebene engagieren. „Es ist ein symbolischer Akt, um nach außen zu dokumentieren, dass wir hinter diesen Zilen stehen“, sagte Bürgermeister Veit. Weitere Punkte dabei sind die Unterstützung der lokalen Bildungseinrichtungen bei Themen der nachhaltigen Entwicklung und die Umsetzung einer nachhaltigen Beschaffungsrichtlinie sowie der Aufbau einer Städtepartnerschaft mit der Gemeinde Balingor im Senegal und die Umsetzung nachhaltiger Projekte (wir berichteten). Dazu hat die Verwaltung nun schriftlich eine Kooperation vereinbart; die schon unterschrieben aus Balingor zurückgekommen sei. Nun müsse sie noch der Gemeinderat absegnen, sagte Veit.

Konkret geht es darum, einen Kindergarten in Balingor, der aus allen Nähten platze, um einen zusätzlichen Gruppenraum zu erweitern. Außerdem sollen je ein Wasserturm errichtet und je eine Solarpumpe an einer Schule sowie an den Feldern einer Frauenkooperative installiert werden. Langfristig will die Gemeinde Nohfelden die Bedingungen für den Bau einer Mangofabrik untersuchen und potenzielle Partner im Senegal und in Deutschland finden. Dies haben die Verantwortlichen bei gegenseitigen Besuchen beschlossen. Der Kontakt kam durch den Umwelt-Campus Birkenfeld zustande. Alle Projekte sollen zu jeweils 50 Prozent von der Gemeinde Nohfelden und der Gemeinde Balingor finanziert werden.

Im Sitzungssaal des Nohfeldener Rathauses hängen für alle gut sichtbar die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Foto: Melanie Mai

www.nohfelden.de