Nicht nur Beruf, sondern Berufung

Nicht nur Beruf, sondern Berufung

Hirstein/Neunkirchen. Tränen hatte er in den Augen, als Oswald Penth zu seiner offiziellen Verabschiedung das Fliedner-Krankenhaus Neunkirchen noch einmal betrat. 43 Jahre lang hat Oswald Penth hier als Krankenpfleger seinen Dienst versehen, mit 63 Jahren wurde ihm als dienstältestem Mitarbeiter besonders gedankt

Hirstein/Neunkirchen. Tränen hatte er in den Augen, als Oswald Penth zu seiner offiziellen Verabschiedung das Fliedner-Krankenhaus Neunkirchen noch einmal betrat. 43 Jahre lang hat Oswald Penth hier als Krankenpfleger seinen Dienst versehen, mit 63 Jahren wurde ihm als dienstältestem Mitarbeiter besonders gedankt. Als "Urgestein" und Vertreter der alten Generation bezeichneten ihn der ärztliche Direktor Dr. Hans Georg Gerber und der geschäftsführende Pflegedirektor Hans Georg Schmidt. Denn als Oswald Penth am 2. Mai 1966 mit 19 Jahren seine Ausbildung zum Krankenpflegeschüler begann, drang er nicht nur in eine Frauendomäne ein. Der junge Mann, der kurz zuvor die Sanitätsausbildung beim DRK Wemmetsweiler gemacht hatte, ließ sich auf eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe ein. In diesen Tagen hat Oswald Penth Gelegenheit, über die vergangenen Jahrzehnte nachzudenken. Über den Wandel, dem sein Beruf unterworfen war. "Die Zeit früher war nicht besser," überlegt Penth, "aber schöner." Damit meint er, dass der Beruf früher anspruchsvoller gewesen sei, da man mehr Verantwortung getragen habe. Schon im ersten Lehrjahr habe er allein auf der Station Nachtdienst geschoben, "das gab enormes Selbstvertrauen", erinnert sich Penth, der diese Zeit nicht missen möchte. Da gab es beispielsweise eine Situation, als ein Schwerstverletzter auf die damalige Chirurgie eingeliefert wurde, und alle Ärzte im OP waren. "Guck, dass du die Infusion dran kriegst", erhielt der 20-Jährige als Anweisung. "An solchen Aufgaben wächst man", sagt Oskar Penth heute nicht ohne Stolz. Stolz kann er auch sein, dass er mit 43 Jahren noch einen folgenschweren Entschluss fasste: Nachdem das Fliedner-Krankenhaus Neunkirchen Ende 1993 die Chirurgische Abteilung schloss, stand auch für Krankenpfleger Oskar Penth eine Entscheidung an. "Das Krankenhaus zu verlassen, kam für mich nicht in Frage, also habe ich eine zweijährige Fachausbildung für psychiatrische Krankenpflege in Saarbrücken gemacht." Für Chefarzt Hans Georg Gerber eine Bestätigung, dass man sich auch im fortgeschrittenem Alter neuen Herausforderungen stellen könne. Für Penth war es ein "weiser Entschluss", wie er heute findet. "Für mich blieb nur die Flucht nach vorn, und die hat sich gelohnt." Nicht zuletzt durch die hervorragende Zusammenarbeit mit den Kollegen. Bereut hat Penth, der mit Ehefrau Rosemarie in Hirstein/Kreis St. Wendel wohnt, seine Berufswahl nie, auch wenn sie mit vielen Entbehrungen verbunden war. Umso mehr Zeit hat der Vater zweier Töchter nun im Ruhestand für seine Familie und die geplanten Wanderungen.