Neuen Weg gemeinsam gehen

Für rund 350 Erstklässler und rund 400 Schüler an weiterführenden Schulen begann gestern der erste beziehungsweise ein neuer „Schul-Weg“. Felix Reis besucht das Homburger Saarpfalz-Gymnasium. Schulleiter Jürgen Mathieu rät Eltern und Kindern zur Gemeinsamkeit.

Nicht nur rund 350 Erstklässler starteten gestern in Homburg an den Grundschulen in ihr neues schulisches Leben. Auch an den weiterführenden Schulen der Kreisstadt, den drei Gymnasien und den beiden Gemeinschaftsschulen, ging's für über 400 Jungen und Mädchen einen entscheidenden Schritt weiter. So auch für Felix Reis, der gestern als Neuschüler am Saarpfalz-Gymnasium seine ganz persönliche Premiere feierte. Und das gut gelaunt und weitgehend entspannt. "Ich bin nur ein bisschen nervös", erzählte der zehnjährige Felix vor Beginn der offiziellen Begrüßungsfeier in der Schulturnhalle. Gefragt, ob er in den zurückliegenden sechs Wochen Sommerferien über seine neue Schule nachgedacht hätte, grinste Felix: "Nicht so richtig." Felix' Vater Udo Reis, der seinen Sohn am ersten Schultag begleitete, gestand allerdings ein, sich schon einige Gedanken gemacht zu haben. "Als Vater ist man natürlich nicht mehr so unbeschwert wie Kinder." Bei allen Gedanken konnte Udo Reis allerdings auf eigene, recht aktuelle Erfahrungen mit dem Saarpfalz zurückgreifen, denn: "Unser älterer Sohn Lukas ist schon seit zwei Jahren hier an der Schule." Dieser Umstand - und die eigene Schulzeit am Gymnasium an der Unteren Allee - hätten den Ausschlag dafür gegeben, auch Felix dort in Richtung Abitur auf die Reise zu schicken.

Eben das Bild der Reise, allerdings recht futuristisch verkleidet, bemühte auch ein zweiter "Neuschüler" am Saarpfalz-Gymnasium: Jürgen Mathieu, der neue Schulleiter. In seiner Begrüßung erinnerte er sich überaus bildhaft an seine eigene Jugend und seine Leidenschaft für die Science-Fiction-Serie "Raumschiff Enterprise". Damals sei es sein Wunsch gewesen, ebenso wie die Besatzung dieses Raumschiffes, fremde Welten zu erkunden - bis ihm in späteren Jahren bewusst wurde, dass er genau dies im täglichen Leben getan hatte. So verglich Mathieu die Zeit an den Grundschulen und den weiterführenden Schulen mit dem Reisen mit unterschiedlichen "Raumschiffen". Wobei das Raumschiff "Gymnasium" nun deutlich weitere Strecken im Bildungsuniversum ermögliche als die Grundschule.

Und nun seit gestern eben mit an Bord: Felix Reis. Ihm und den anderen "Neuen" gab Mathieu mit auf den Weg, neugierig zu sein und zu bleiben. "Darüber hinaus gilt es in Zeiten eines lebenslangen Lernens auch über die Schulzeit hinaus, sich Problemen zu stellen. Und das sollte man gut machen." Und den Eltern übermittelte der neue Schulleiter des Saarpfalz-Gymnasiums den Rat, einen "interessanten Weg zu erleben, bei dem sie auch selbst entwickeln und Neues entdecken können. Deswegen sollten die Eltern aufmerksam mit den Kindern diesen neuen Weg gemeinsam gehen."

Für Felix Reis begann also inmitten dieser und anderer Ratschläge gestern die Reise hin zum Abitur. In der Klasse 5b wird er von nun an das von Jürgen Mathieu beschriebene Universum des Wissens erkunden. Sein aktueller "Lieblingsplanet" heißt derzeit noch "Sport" - Änderungen aber nicht ausgeschlossen. Französisch "geht so", erzählte Felix, Deutsch sei OK. "Und Naturwissenschaften gefallen mir gut." Wenn es in der Zukunft darum gehen wird, sich für eine Spezialisierung zu entscheiden, "dann wird es wohl Informatik werden".