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Neue Stoff-Ideen sind stets gefragt

Neue Stoff-Ideen sind stets gefragt

Neunkirchen. "Japanisch", meint eine konzentriert den Quilt inspizierende Dame zu ihrer Freundin. Die nickt: "Japanisch

Neunkirchen. "Japanisch", meint eine konzentriert den Quilt inspizierende Dame zu ihrer Freundin. Die nickt: "Japanisch." Da trennt sich also die Spreu vom Weizen: Während der Laie entzückt das humorvolle Motiv bestaunt - ein Katzenuniversum mit stilisierten Wollknäulen, Miez-Leckerbissen wie Libellen, Vögeln und Mäusen sowie einem Goldfischglas samt Fischgräte, begutachten Profis die kaum erkennbaren Steppnähte. 100 große bis kleine, knallbunte bis dezent Ton in Ton gehaltene Quilts erfreuten an Fronleichnam Scharen meist weiblicher Besucher in der Christuskirche. "Dank der Plakate und Presseveröffentlichungen haben wir diesmal deutlich mehr Resonanz als sonst, auch überregional", freute sich Inge Werner, Leiterin des gastgebenden Quilt-Nähkreises. Dass dieser eine große Bereicherung für die Gemeinde ist, hatte Pfarrerin Britt Goedeking bei der Eröffnung am Vormittag betont. Anders als der Chor kennen die Turmquilterinnen auch keine Nachwuchssorgen. Ob jung oder älter - wer spontan Lust hatte, konnte sich am Donnerstag versuchsweise und unter Anleitung eine "Handy-Aufladestation" nähen. Für einen echten Quilt muss man allerdings ein paar mehr Stunden, um nicht zu sagen Monate, einplanen. Christel Gerbracht weiß das. Seit 20 Jahren quiltet die Homburgerin. "Als Krankenschwester konnte ich das auch bei der Nachtwache tun." Die Ausstellung kennt und schätzt Christel Gerbracht schon lange - vor allem als Inspirationsquelle, aber auch für Nachschub. Neben zig Anregungen nahm sie Fachliteratur und ein Päckchen mit Stoff und Mustern mit nach Hause: "Es hätte schlimmer kommen können", kommentierte sie ihren Einkauf lachend mit Blick auf die reizvollen Angebote der Händler und Flickenteppiche. Letztere, mittels hoher Leitern in geradezu akrobatischer Weise an Wänden und Treppenbrüstung aufgehangen, bestachen durch meist streng geometrische Muster. Doch auch frei gestaltete Arbeiten wie die eingangs beschriebene aus den fleißigen Händen Rosalinde Brills waren zu bewundern, daneben Taschen, Blusen und andere "Kleinigkeiten". Oder, sehr exotisch, Fußball-WM-Hüte. "Die sind zeitgemäß und können gedreht und gewendet werden", erläuterte Edeltraud Redel, Inhaberin des St. Ingberter Lädchens "Stoffideen". Am Abend waren die schwarz-rot-goldenen Kopfbedeckungen jedenfalls ausverkauft. "Man muss immer neue Ideen haben." Bei der Ausstellung ist sie zum zweiten Mal dabei: "Man muss einfach wieder mitmachen. Hier ist man mit viel Liebe bei der Sache", lobte die Fachfrau das Orga-Team.