Nette Anekdoten am Kulani-Tag

In Walhausen erinnerten sich nun die Zeitzeugen an die Gründung der Kulturlandschaftsinitiative St. Wendeler Land im Jahre 1994. Zeitweise interessierten sich allerdings lediglich 20 Besucher für die Rückschau beim Tag der Kulturlandschaft.

Zwei Köpfe stehen damals wie heute an der Spitze der Kulturlandschaftsinitiative. Werner Feldkamp, ein Forstmann der damals massive Schwierigkeiten mit seinem Vorgesetzten hatte und Bürobauer Thomas Gebel, der einen Bauernkrieg angezettelt hat. "Nach der Gründung der Kulturlandschaftsinitiative stand die Nutzung von Natur und Landschaft im Mittelpunkt", weiß Moderator Dagobert Schmidt. Der ehemalige SZ-Redakteur hat bis zu seiner Pensionierung fast zwei Jahrzehnte deren Aktivitäten begleitet und kitzelt beim Tag der Kulturlandschaft aus den Zeitzeugen unterhaltsame Anekdoten heraus. Die Überschrift "Eine gute und auch notwendige Initiative", hat Schmidt für seinen Kommentar gewählt. Doch der Name war dem ehemaligen Leiter des Umweltamtes in Landkreis St. Wendel, Anton Wickenbrock, zu lang. Er taufte ihn in Kulani um.

"Als die Aktion "Unser Dorf soll schöner werden", in "Unser Dorf soll leben" umbenannt werden sollte, kam es zu einem Aufschrei", erzählt Wickenbrock. Es sei keinesfalls einfach gewesen in "grünen" Zeiten, so Moderator Schmidt die Interessen von Landwirten, Jägern, Waldbauern und Natur- und Umweltschützern in ein Gleichgewicht mit der dörflichen Kultur zu bringen.

Brennholzfibel aufgelegt

Unter dem Leitbild "Kulturlandschaft", berichtet der ehemalige Nohfelder Bürgermeister Heribert Gisch, seien viele Elemente entwickelt worden. Er habe den kommunalen Wald kennen gelernt. "Es sollte keine Glasglocke entstehen, sondern die Werte der Landschaft sollten eingebaut werden", sagt Gisch über die Umsetzung von zunächst noch theoretischen Konzepten. Beispielsweise wurde eine Brennholzfibel aufgelegt, 1996 sind die Brennholztage in Nohfelden durchgeführt worden.

"Ideen gut und schön, doch ohne Moos ist nichts los", will Schmidt wissen, wie die Finanzierung der Projekte gesichert werden konnte. Dazu Gisch: "Als der ideologische Überbau gestanden hat, waren wir überhaupt in der Lage EU-Programme anzuzapfen". Anfangs, so klärt Gebel auf, habe es sogar an den technischen Präsentationsmitteln gemangelt. Während der ersten Leader-Periode, an dem der Landkreis als einzige Region teilgenommen habe, seien die Projekte vorfinanziert worden.

"Thomas Gebel und Werner Feldkamp sind nie mit irgendwelchen Spinnereien zu mir gekommen", attestiert Sparkassendirektor a. D. Josef Alles. Musikalisch hat das Original Musikantenland-Trio den Abend im nur spärlich besetzten Festzelt begleitet.

Zum Thema:

HintergrundWährend der Walhauser Köhlertage 1994 hatte sich die Kulturlandschaftsinitiative St. Wendeler Land (Kulani) gegründet. Mit zahlreichen Initiativen und EU-gefördertern Projekten wie Lokalwarenmarkt und St. Wendeler Land steinreich hat sich die Kulani weit über die Grenzen des Landkreises hinaus einen Namen gemacht. frf