Neckardrachen erobern die Saar

Unter besten äußeren Bedingungen ging am Samstag die elfte Auflage des beliebten Drachenboot-Langstreckenrennens des Kanu-Clubs Merzig über die Bühne. Ganz weit vorne landeten auch zwei Sportlerinnen der Gastgeber.

Strahlender Sonnenschein liegt am Samstagnachmittag über der Saar. Auf dem schimmernden Wasser-Teppich zieht die "Astrakhan" an der Anlegestelle des Kanu-Clubs Merzig vorbei. Zahlreiche Schaulustige beobachten vom Ufer aus die gemächliche Fahrt des mächtigen Frachtschiffs - es ist ein wahrlich idyllisches Gesamtbild.

Und dann ist es soweit: Wenige Minuten, nachdem die "Astrakhan" wieder um die Kurve verschwunden ist, rückt aus der Gegenrichtung das erste Drachenboot ins Blickfeld. Im "Grünen Drachen", dem Gefährt der Neckardrachen II aus Heilbronn, herrscht rege Betriebsamkeit. Die vorherige Idylle ist wie weggeblasen. Unter lauter gegenseitiger Anfeuerung passiert das Boot mit der Startnummer drei als Erstes die Ziellinie. Für die zehn Kilometer benötigt die Riege, zu der auch Heidi Wurzer und Elisabeth Rauch vom KC Merzig zählen, 47:51 Minuten. Danach geht es Schlag auf Schlag: Ein Boot nach dem anderen erreicht das Ziel. Am Ende sind es die Neckardrachen I, die sich 22 Sekunden vor der eigenen Mannschaft den Sieg unter den 15 teilnehmenden Drachenbooten sichern - ein erwarteter Ausgang des Verfolgungsrennens: "Wir waren zwar gut unterwegs, die anderen Neckardrachen waren aber stärker. Wir sind heute auch nicht in unserer sonstigen Besetzung gefahren", verriet Wurzer kurz nach dem Zieleinlauf. 2012 hatte sie mit den Neckardrachen bei der Club-Weltmeisterschaft im Drachenbootfahren den Titel eingepaddelt.

Bereits seit drei Jahren geht auch Rauch für die Heilbronner aufs Wasser. Um einen Platz im mit Kanuten aus ganz Deutschland besetzten Team zu ergattern, müssen beide regelmäßig Leistungsnachweise erbringen. "Normalerweise trainieren wir eigenständig zu Hause. Zwischendurch müssen wir aber verschiedene Kraft- und Ausdauertests absolvieren und so unsere Fitness unter Beweis stellen", berichtet Rauch. Das formierte Team trifft sich dann mehrmals im Jahr zu Trainingslagern. Saisonhöhepunkt 2014 ist die Club-WM Anfang September im italienischen Ravenna: "Ich bin guter Hoffnung, dass ich bei der WM dabei sein werde", sagt Wurzer.

Sehr zufrieden mit der eigenen Veranstaltung war Volker Weber, der Vorsitzende der Merziger Kanuten: "Es ist alles sehr gut gelaufen. Keiner hat sich negativ geäußert, außer vielleicht, was das Ergebnis angeht." Sehr erfreut zeigte er sich darüber, dass trotz parallel laufender Veranstaltungen fast so viele Boote wie im Vorjahr da waren. Gut zwei Drittel kamen dabei von außerhalb des Saarlandes: "Das zeigt, dass wir uns einen guten Ruf erworben haben", sagt Weber.

Im Juli steht nun das Hafenfest an, bei dem ebenfalls wieder Drachenbootrennen ausgetragen werden. "Wir würden dann gerne noch mehr regionale Teams dabei haben", sagt Weber. Bestes Saar-Boot am Samstag war das KWS Drag Team aus Burbach mit 43 Sekunden Rückstand vor Trewa X-Treme (Rehlingen), das 1:27 Minuten zurücklag.