Naherholung contra Windkraft

Im Wald des Naherholungsgebietes Itzenplitz zwischen Itzenplitzer Weiher, Erkershöhe und Altsteigershaus soll ein Windpark errichtet werden. Das Vorhaben trifft jedoch auf massive Kritik aus den betroffenen Orten. Am kommenden Mittwoch berät der Gemeinderat hierzu.

. Das Thema Windkraft hat in diesen Tagen für die Gemeinde Schiffweiler eine besondere Brisanz. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat über eine Änderung des Flächennutzungsplans den Weg freigemacht für zwei Windräder, die an der B 41 von "Neustromland" errichtet werden sollen. Diese Fläche im Nordosten der Gemeinde weist gemäß einer Studie als eine von sieben die beste Eignung und das geringste Konfliktpotenzial auf. Zugleich bietet sich hier nach Auskunft der Gemeindeverwaltung die Entwicklung gemeinsamer Projekte mit den Städten Neunkirchen und Ottweiler an, die ihre Planungen analog hierzu ausgerichtet haben.

Jetzt sorgte ein Antrag der RAG Montan Immobilien sowie des Saarforstes, der am nächsten Mittwoch im Gemeinderat beraten wird, in der gemeinsamen Sitzung der vier Ortsräte von Schiffweiler im Rathaus für Diskussionen. Diese Sitzung war für Donnerstagabend einberufen worden, damit Bürgermeister Markus Fuchs und Kämmerer Eric Schummer über den geplanten Haushalt informieren konnten. Gelegenheit aber auch für Bauamtsleiter Hubert Dürk, das Projekt "Windpark Erkershöhe" von RAG Montan Immobilien vorzustellen. Dieser sieht vier Windkraftanlagen von jeweils zirka 200 Metern Höhe (Rotorspitze) und einer Leistung von 2,4 MW im Waldbereich des Naherholungsgebietes Itzenplitz zwischen Itzenplitzer Weiher, Erkershöhe und Altsteigershaus vor.

Zwei Anlagen sind dabei auf der Gemarkung Merchweiler und eine auf der Gemarkung Bildstock vorgesehen. Eine weitere Anlage soll im Bereich der Gemarkung Schiffweiler-Heiligenwald erstellt werden.

Überwiegender Eigentümer dieser Flächen ist der Saarforst, berichtete Dürk. Nach dem jetzigen Stand des FNP-Änderungsverfahrens Windkraft ist die Anlage auf der Gemeindegemarkung Schiffweiler nicht genehmigungsfähig. Diese Fläche wurde wegen ihres erhöhten Konfliktpotenzials vom Gemeinderat als nicht weiter verfolgbar eingestuft. Dürk erklärte: "Der Gemeinderat soll seine bisherigen Beschlüsse revidieren und diese Fläche zulassen." Der Bauamtsleiter und der Bürgermeister, der zugleich Verbandsvorsteher des Zweckverband Naherholungsraum Itzenplitz ist, äußerten jedoch ihre Bedenken, weil es sich um einen Eingriff in das beliebte Naherholungsgebiet handeln würde. Auch Schiffweilers Ortsvorsteher Winfried Dietz und Verbandsgeschäftsführer Hans Hermann Woll mahnten, dass "eine Schädigung des gesamten Naherholungsgebietes" drohe.

Nach Vorschlag der vier Ortsvorsteher von Schiffweiler, Heiligenwald, Stennweiler und Landsweiler-Reden sprachen sich ausnahmslos alle Ortsratsmitglieder gegen den Antrag aus, die genannte Fläche im weiteren FNP-Änderungsverfahren als Kernzone zur Ansiedlung von Windkraftanlagen zusätzlich aufzunehmen.

Als betroffene Nachbarkommune von Merchweiler und Friedrichsthal stimmten die Ortsratsmitglieder auch gegen das Windparkprojekt insgesamt. Am kommenden Mittwoch, 26. Februar, wird ab 17 Uhr im Rathaus Schiffweiler die RAG Montan Immobilien ihre Pläne dem Gemeinderat vorstellen.