Nachwuchs versprüht Gift

Der Eichen-Prozessionsspinner hat sich auf einem Baum am St. Wendeler Panoramaweg angesiedelt. Seine Raupen tragen zum Schutz vor Fressfeinden giftige Härchen, die beim Menschen zu unangenehmen Juckreiz und allergischen Reaktionen führen können. Experten können dennoch entwarnen: Für Wanderer bestehen kaum Gesundheitsrisiken.

Kontakt mit den Raupen: Meist droht Ausschlag. Foto: Saarforst. Foto: Saarforst

Zahlreiche Gespinste hängen an der Eiche am Panoramaweg zwischen Missionshaus und dem großen Gedenkkreuz. Der Eichen-Prozessionsspinner hat sie als Brutstätte auserkoren. Die Nachtschwärmer sind für den Menschen völlig ungefährlich - im Gegensatz zur Nachkommenschaft. Seine Raupen sind gespickt mit dünnen weißen Härchen, die Thaumetopoein enthalten. Dieses Nesselgift kann Schwellungen, Juckreiz und Asthma-Anfälle hervorrufen. Die Stadtverwaltung hat den Bereich, auf dem auch eine Parkbank steht, mit einer Absperrung und Warnhinweisen versehen.

Das Tückische: Abgebrochene Härchen können mit dem Wind über mehr als 100 Meter getragen werden und so in die Atemwege gelangen. Im schlimmsten Fall kann dies zu allergischen Schocks führen. Christoph Kiefer von Saarforst gibt dennoch Entwarnung: "Die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Reaktion ist so gering, als würde man den Leuten empfehlen das Haus wegen möglicher Bienenstiche nicht mehr zu verlassen." Die größten Gefahren bestünden, wenn man unwissend in ein Gespinst hineingreife. Er selbst habe schon unliebsamen Kontakt mit den Raupen des Eichen-Prozessionsspinners bei seiner Tätigkeit als Förster gehabt: "Es fühlt sich an wie ein Griff in Brennnesseln. Es hält aber bis zu zwei Wochen an."

Um sich der haarigen Gefährdung des Eichen-Prozessionsspinners zu entledigen, gibt es die Möglichkeit des Absaugens der Gespinster oder des frühzeitigen Einsatzes von Pestiziden. Jürgen Rauber vom St. Wendeler Umweltamt sagt bezüglich der Situation am Wanderweg: "Die Gefahr ist gering, auch wenn vereinzelte Reaktionen auftreten können." Die Gefahrenstelle sei erkannt und werde beobachtet. Weitere Maßnahmen seien vorerst nicht geplant.

Auch die Facebook-Community der St. Wendeler Zeitung hat sich mit dem Thema Eichenprozessionsspinner beschäftigt. Dominique Kraushaar postete das Foto eines Spinner-Nestes, das er im Marther Wald entdeckte. Dieses wurde mehrfach geteilt, so dass die Warnung vor den Raupen mit den giftigen Härchen auch im Netz die Runde machte. Bettina Flöth, welche die Tierchen aus leidvoller Erfahrung kennt, meldete sich auf der Facebook-Seite zu Wort: "Bin schon mal vor zwei Jahren beim Holz machen damit in Berührung gekommen. Übler Ausschlag und sehr starker Juckreiz, den man kaum aushält." Deshalb rät sie anderen Betroffenen: "Sofort zum Arzt gehen!"

facebook.com/

saarbrueckerzeitung.wnd

Mehr von Saarbrücker Zeitung