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Nachmittags-Betreuung vor der Platzfrage

Nachmittags-Betreuung vor der Platzfrage

Die Nachmittagsbetreuung an der Grundschule Wallerfangen hat ein Raumproblem. Schon im Herbst 2013 hat die Feuerwehr Alarm geschlagen: Der Brandschutz sei nicht mehr gewährleistet. Denn in der Betreuung, einst für 25 Kinder geplant, sind nun über 70 angemeldet.

Die Grundschule Wallerfangen ist 2005 in das denkmalgeschützte Gebäude Altes Rathaus auf der Wallerfanger Adolphshöhe eingezogen. Die Nachmittagsbetreuung (FGTS) an der Grundschule in Trägerschaft der Awo war ursprünglich für 25 Kinder geplant. Doch im Laufe der Jahre wurden es immer mehr, über 70, unbemerkt von der Verwaltung, wie Bürgermeister Günter Zahn erklärt: "Die Betreuung ist von unserem Radar verschwunden, es wurde auch nie ein Handlungsbedarf angemeldet." Bis im vergangenen Herbst die Feuerwehr Wallerfangen bei einer Begehung der Räume im Dachgeschoss Alarm schlug.

Der Brandschutz sei bei dieser Anzahl an Kindern nicht mehr gewährleistet, teilte die Feuerwehr der Gemeindeverwaltung auch schriftlich mit. Ein weiterer Rettungsweg müsse geschaffen werden.

Verschiedene Lösungen für das Problem werden derzeit diskutiert: Die Betreuung könnte zum Teil in das entstehende Haus für das Mehrgenerationen-Projekt Wallerfangen verlegt werden. Oder eine Turnhalle würde neu gebaut, auf dem vorderen Schulhof, wo sich jetzt der Spielplatz der FGTS befindet; es wäre der einzige Platz, dem der Landeskonservator zustimmen würde. Das würde zwei Jahre dauern, wäre teuer für Wallerfangen, würde aber gleichzeitig das Problem der Turnhalle lösen. Der Schulleiter fordert seit Jahren ein Ende der bestehenden Notlösung.

Oder: Man baut eine Nottreppe, die vom oberen Ende des Dachgeschosses an der Hinterseite des Gebäudes im Brandfall eine Flucht ermöglicht. Der Landeskonservator stimmt dem aber nur für eine Dauer von maximal fünf Jahren zu. Ein zweites Innentreppenhaus, eine weitere Lösungsmöglichkeit, würde einen Teil der ohnehin viel zu kleinen Turnhalle kosten.

Bürgermeister Zahn hat vorgeschlagen, den Sportunterricht in die Halle von Haus Scheidberg in Gisingen zu verlegen, die Schüler mit dem Bus dorthin zu fahren. "Doch da zeigen sich die Elternvertreter wenig kompromissbereit", meint Zahn.

Ideen sind da, aber, erklärt Zahn, "das Thema wird erst im Gemeinderat beraten, wenn Fakten da sind. Wenn das Kultusministerium Druck macht oder eine Genehmigungsbehörde uns ein Signal gibt, dass wir so nicht weitermachen können." Eine akute Gefahr sieht der Bürgermeister derzeit nicht. Der Brandschutz ist nach seiner Einschätzung gewährleistet. Aber auch jenseits des Brandschutzes muss für die FGTS mittelfristig eine Lösung gefunden werden, räumt Zahn ein: "Das muss entweder über Einbindung der vorhandenen Räume geschehen oder über eine Verkleinerung, dass zum Beispiel zum neuen Schuljahr keine neuen Kinder mehr aufgenommen werden."

Den ersten Ansatz hält Zahn für realistischer: "Die einfachste Lösung wäre eine Umorganisation." Es könnten etwa auch das Bistro oder Klassenräume zur Betreuung genutzt werden, schlägt er vor.

Die Awo, Trägerin der FGTS, setzt auf "enge Zusammenarbeit mit der Gemeinde", um "im Sinne der Schülerinnen und Schüler eine optimale Nutzung der vorhandenen Räumlichkeiten zu erreichen", wie Awo-Pressesprecher Jürgen Nieser sagte. Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde sei hervorragend.

Am Mittwoch, 7. Mai, um 19 Uhr werden Schulleitung und Schulelternvertretung den Eltern die Situation erläutern. Zu dieser Veranstaltung sind neben Bürgermeister Zahn auch die Fraktionsvorsitzenden aller Parteien im Gemeinderat eingeladen.