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Nachhol-Konzert am Bostalsee: Nicole hofft noch auf ein bisschen Frieden

Nachhol-Konzert am Bostalsee : Nicole hofft noch auf ein bisschen Frieden

Beim Nachhol-Konzert zum 40. Geburtstag des Bostalsee bescherte die Schlagersängerin dem Publikum mit ihrem wohl bekanntesten Lied einen Gänsehautmoment.

Im zweiten Anlauf hat es geklappt – und wie: Schlagersängerin Nicole trat am Freitag beim Nachhol-Konzert zum 40. Geburtstag des Bostalsee auf der gut besuchten Festwiese auf. Früh machte sich ihr Publikum dorthin auf, um die besten Sitzplätze vor der Bühne zu ergattern. Die Stimme der 54-Jährigen aus dem Seedorf Neunkirchen/Nahe hat noch immer einen hohen Wiedererkennungswert. Beim Soundcheck kam ihr gerade die erste Strophe über die Lippen und eine Urlauberin an der Seepromenade hörte sofort heraus: „Das ist Nicole“.

Und die fragte ihren Techniker beim Einrichten des technischen Equipments: „Bin ich zu leise?“ und forderte später: „Mach mir noch ein bisschen Hall drauf.“

Klar, zum Geburtstagsständchen in der Nachbarschaft sollte alles passen. „Schön, dass ich mal wieder ein Heimspiel habe, das letzte, glaube ich, war 2016“, freute sich Nicole während des Auftritts. Das Lied „Traumfänger“ ging ihr selbst sehr nahe. Die Menschen, vor allem die Pärchen, die sich um nix und wieder nix streiten, sollten ihr Verhalten einmal hinterfragen. „Wer schläft schon gerne allein?“, lautete dazu die musikalische Antwort von Nicole.

Seit Jahrzehnten ist die saarländische Nationalheldin nun schon erfolgreich im Musikgeschäft unterwegs. „So viele Lieder sind in mir“, stimmte sie einen Klassiker aus dem Jahre 1984 an. Jedes Wort sang der Besucherchor mit und die Schlagerparty geriet richtig in Schwung. „Habt ihr noch Lust auf Party, dann müsst ihr mitmachen“, legte sie daraufhin mit einem Medley noch einen Zahn zu. Zwischendrin plauderte sie über Lebenserfahrungen, gescheiterte und intakte Beziehungskisten. „Wirst du mich lieben für alle Zeit“, interpretierte Nicole einen leiseren Titel, der zu ihrem Leben passt.

Seit 1984 ist sie mit Jugendfreund Winfried Seibert verheiratet. Das Paar hat zwei Töchter und zwei Enkelkinder. Und während dieser Zeit produzierte sie unter anderem Tophits wie: „Ein leises Lied“ und „Flieg nicht so hoch mein kleiner Freund“. Die Schlagermusik habe ihr es schon im Kindesalter angetan, blickte Nicole zurück. Im Alter von sieben Jahren habe sie gemeinsam mit den Geschwistern am Familienbadetag im Elternhaus Hohloch in der Wanne gesessen. „Ich wollte immer als erste raus, um die Hitparade zu sehen“, berichtete sie.

Doch Nicole wollte am Bostalsee nicht nur ihre Lieder platzieren, sie hatte auch was zur Schieflage in dieser Welt zu sagen und fand dazu deutliche und kritische Worte. „Schaut alle nur, was in dieser Welt passiert. Man lässt Menschen im Mittelmeer ertrinken“, prangerte die Sängerin an. Genau deshalb werde sie nicht müde diese Botschaft in die Welt zu tragen. Nicole hing sich dafür die weiße Akustikgitarre um und kreierte mit ihrer Band und dem Megasong „Ein bisschen Frieden“ einen Gänsehautmoment.

Der zeigte seine Wirkung bis ganz nach oben. Synchron kullerten Wettergott Petrus wohl Tränen über die Wange, denn warme Regentropfen fielen auf die Festwiese hinab. „Könnt ihr noch“, wollte Nicole nach den Minuten des Mitsingens und Innehaltens von ihren Anhängern wissen. Denn die Lieder „der alte Mann und Meer“ sowie „Papillon“ kamen noch an die Reihe. Im Zugabeteil präsentierte Nicole den Ewighit „Waterloo“ von der schwedischen Popgruppe Abba, die wie sie einst den Eurovision Song Contest gewonnen hat.

Nicole beim Heimspiel: Auf der Bühne am Bostalsee fühlt sich die Sängerin aus Neunkirchen/Nahe wie zu Hause. Foto: B&K/Bonenberger/

Abschließend schmiss ihre Schuhe in die Ecke, kühlte die Füße in einem Eiskübel und fühlte sich wie daheim. Im Herbst soll ihr neues Album „mit Liedern aus der Sicht einer Frau, die über 50 ist“, erscheinen. Nicole beendete nach zwei Stunden das Konzert und übergab die Bühne der Freisener Band Nighlife.