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Musik auf Kuckucksflöte und Altsaxofon

Musik auf Kuckucksflöte und Altsaxofon

Neunkirchen/Ottweiler. In unserer Kreisrekordserie haben wir das älteste noch spielbare Holzblasinstrument gesucht. Auch dieses Mal wurden wir gleich zweimal fündig. Die 89-jährige Martha Rosar aus Neunkirchen ist im Besitz einer Kuckucksflöte aus dem Jahr 1938. Aus demselben Jahr stammt auch das Instrument von Andrea Wedekind aus Ottweiler

Neunkirchen/Ottweiler. In unserer Kreisrekordserie haben wir das älteste noch spielbare Holzblasinstrument gesucht. Auch dieses Mal wurden wir gleich zweimal fündig. Die 89-jährige Martha Rosar aus Neunkirchen ist im Besitz einer Kuckucksflöte aus dem Jahr 1938. Aus demselben Jahr stammt auch das Instrument von Andrea Wedekind aus Ottweiler. Dabei handelt es sich um ein Altsaxofon des Herstellers G.H. Hüller aus Schöneck. "Musik ist bei uns großgeschrieben. Die musikalische Begabung liegt in der Familie", erzählt Martha Rosar mit einem Lachen. Dabei hält sie die kleine Kuckucksflöte in den Händen und setzt sie kurzerhand an den Mund an, um damit den Kuckuck rufen zu lassen. "Meine Familie ist sehr musikalisch. Bereits mein Vater war Musiklehrer und hat Geige gespielt. Meine Kinder und Enkelkinder spielen alle ein Instrument." Martha Rosar selbst spielt Geige und Klavier. Deshalb ließ sie es sich auch nicht nehmen, kurzerhand für die SZ ein kleines Privatkonzert zu geben. Dazu brauchte sie keine Noten: "Ich habe ein gutes Gehör. Ich sehe innerlich die Noten." Die Kuckucksflöte gehörte ihrem Mann, der Schlagzeuger war. "Er hat sie einem Mann vom SR abgekauft. Die Kuckucksflöte ist für mich ein Andenken an meinen Mann. Deshalb bleibt sie in der Familie", so die 89-Jährige. Die Musik zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben, und das bis heute. Die betagte Dame ist noch topfit und spielt in einem Orchester mit: "Nächste Woche haben wir ein Konzert. Da spielen wir die 'Vier Jahreszeiten' von Vivaldi." Auch die Kuckucksflöte ist noch im Einsatz. "Meine Schwester ist im Altenheim. Alle vier Wochen trommele ich die Bewohner des Heimes zusammen, singe mit ihnen und spiele für sie Geige. Bei Liedern wie 'Alle Vögel sind schon da' kann man die Kuckucksflöte sehr schön einsetzen", so Martha Rosar schmunzelnd. Die Musik ist einfach Teil ihres Lebens: "Die Musik wirkt Wunder. Sie hält mich fit", so Martha Rosar, und schon wieder umspielt ein Lächeln ihre Lippen. Andrea Wedekind aus Ottweiler ist erst vor vier Jahren zur Musik gekommen: "Meine beiden Kinder sind nun flügge geworden, und ich wollte mir ein Hobby suchen. Und ich finde, die Musik ist eine schöne Freizeitbeschäftigung." Ihr Altsaxofon hat sie vor zwei Jahren zufällig auf einem Flohmarkt gefunden und restaurieren lassen. Auch wenn man das Saxofon wegen seines Blechkörpers gerne zu den Blechblasinstrumenten zählt, gehört es doch wegen seines Rohrblattes zu den Holzblasinstrumenten. "Ich wollte einen kräftigen Ton, einen sogenannten Vintage-Sound erzeugen. Deshalb habe ich mich für dieses alte Stück entschieden. Es klingt einfach fetziger", so Andrea Wedekind. Das alte Saxofon zu restaurieren, stellte kein Problem dar, denn "es ist anscheinend regelmäßig gespielt worden", wie die Besitzerin erzählt. Zwar weist es Abnutzungsspuren auf, doch das Äußere sei schließlich nicht entscheidend, sondern der Klang. "Man findet heute nur noch wenige Vorkriegsmodelle, die noch zu spielen sind und in Deutschland hergestellt wurden", sagt die Saxofonspielerin. Seit zwei Jahren spielt sie in einem sinfonischen Blasorchester: "Dieses Saxofon ist für Jazz geeignet. Ich habe mich jetzt aber eher für die Klassik entschieden." "Musik ist bei uns großgeschrieben. Die musikalische Begabung liegt in der Familie."Martha Rosar

 Andrea Wedekind (43) aus Ottweiler spielt auf einem Altsaxofon aus dem Jahr 1938. Fotos: Willi Hiegel
Andrea Wedekind (43) aus Ottweiler spielt auf einem Altsaxofon aus dem Jahr 1938. Fotos: Willi Hiegel

Auf einen BlickJede Menge dicke Bäume gibt es im Kreis Neunkirchen. Über drei Meter sind beispielsweise eine Buche im Sinnerthaler Wald und eine Eiche im Ziehwald. Im Stadtpark in Neunkirchen gibt es einen Baum, der vier Meter Durchmesser misst. Doch das alles ist noch nichts gegen zwei Exemplare. Der eine mit fast fünf Metern steht öffentlich zugänglich an der Hüttigweiler Hundshitt. Der andere - eine Esskastanie - steht in einem Ottweiler Privatgarten. ji HintergrundEin Rekord jagt den anderen. Die ältesten noch spielbaren Holzinstrumente sind ebenso gefunden wie der dickste Baum. Jetzt geht es wieder um etwas ganz anderes. Gesucht wird die älteste Bibel. Da gibt es ja sicher so manches schöne Familien-Erbstück, das sich seit Generationen vererbt. Oder ganz bewusst gekaufte besondere Exemplare, vom Kenner und Sammler erstanden. Wenn Sie glauben, die älteste Bibel im Kreis Neunkirchen zu besitzen, dann melden Sie sich bis einschließlich Montag, 26. April. Gerne nehmen wir auch Tipps für weitere ungewöhnliche Rekorde entgegen unter Saarbrücker Zeitung, Redaktion, Bahnhofstraße 50, 66538 Neunkirchen; Fax: (0 68 21) 9 04 64 59; E-Mail: rednk@sz-sb.de red