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Musical-Schule in Türkismühle leidet in der Corona-Zeit

Musical-Schule in Zeiten Coronas : Singen hinter Plexiglas, Klavier-Stunden mit Maske

Von einer „großen Katastrophe“ spricht David Steines aus Sitzerath, der in Türkismühle eine Musical-Schule betreibt. Von heute auf morgen war die Schule zu – finanziell wäre das für ihn ein „Fiasko“ gewesen, sagt er

Wären da nicht die Eltern gewesen, die völlig selbstverständlich die Gebühren weitergezahlt haben. „Das macht mich noch immer sprachlos“, so Steines.

 Gesangsschülerin  Joline Schütz singt zur Sicherheit hinter Plexiglas.
Gesangsschülerin  Joline Schütz singt zur Sicherheit hinter Plexiglas. Foto: David Steines

Zunächst einmal galt es für ihn, die Situation zu ordnen. Dann bot er Online-Unterricht an. Einige Schüler lehnten das von sich aus ab. Die Begründung: „Das bringt mir nicht so viel.“ Andere hingegen fanden die neue Unterrichtsform cool, beschreibt der Musiklehrer und ausgebildete Musical-Darsteller. Auch Steines sieht diese Form des Unterrichts als eine Notlösung in diesen schwierigen Corona-Zeiten: „Ich kann nicht direkt eingreifen, beispielsweise am Klavier“, erklärt er. Seit vorletzter Woche darf er nun wieder Instrumentalunterricht anbieten. Auch unter strengen Auflagen. So hat er beispielsweise für den Gesangsunterricht eine Plexiglaswand angeschafft. Schwierig sei es trotzdem. Probenarbeit in Gruppen sei gar nicht möglich. Weil höchstens zwei Schüler mit der Lehrperson in einem Raum sein dürfen. Bei etwa 30 Schülern erarbeitet Steines derzeit einen Plan, damit „wir das alles hinkriegen“. Jeder Schüler soll seinen Unterricht bekommen. „Wir schieben unseren Zeitplan nun hin und her – so wie die Kinder Zeit haben.“

Aber zum Musical gehört nicht nur Gesang. Auch das Tanzen ist ein wichtiger Teil des Genres. Dieser Bereich ruhte bisher. „So richtig umsetzbar ist das noch nicht“, sagt Steines. Normalerweise unterrichtet er bis zu 20 Tänzer in einem Raum, derzeit dürfen es höchstens fünf sein. Paartanz sei ebenfalls nicht möglich – wegen des Abstandsgebots.

Steines trifft die Corona-Krise aber nicht nur in Bezug auf die Musicalschule. Er ist auch der Gründer und Leiter des Musical-Projects. Dort ruht derzeit ebenfalls der Probenbetrieb, Auftritte gibt es sowieso keine. „Wir waren praktisch auf der Zielgeraden zu unserer Jubiläumsveranstaltung, dann traf uns die Hiobsbotschaft.“ Im März sollte eigentlich „Zehn Jahre Musical-Project“ gefeiert werden. Mit den Hits aus großen Musicals, aber auch mit vielen ehemaligen Künstlern, die mittlerweile in ganz Deutschland verstreut leben. Nach der Zwangs-Absage war schnell ein Ersatztermin im Juni gefunden. „Aber der ist wohl auch nicht zu halten“, bedauert Steines. Aber er bleibt zuversichtlich: „Die Gala ist nicht gestorben, wir sind ja schließlich immer noch im Jubiläumsjahr.“

Dabei hofft er, dass die Pandemie vielleicht auch ein Umdenken bewirkt. Dass sie vielen Menschen die Augen öffne, „dass Kultur auch wichtig ist“. Schließlich liege eine ganz Branche brach – und werde vermisst.

Weitere Informationen gibt es im Internet auf der Webseite: 
www.school.musical-project.de