Mosberg-Richweiler wird zum Haunted Village

Kostenpflichtiger Inhalt: Veranstaltung bereits ausverkauft : Mosberg-Richweiler verwandelt sich zum Spukdorf

Das Dorf verwandelt sich an Halloween wieder in ein Haunted Village. Riesige Nachfrage. Keine Tickets mehr zu haben.

Nichts geht mehr! Mit 1000 unerschrockenen Partygästen ist die blutrünstige Tour durch Haunted Village (zu deutsch: Spukdorf) an Halloween, 31. Oktober, restlos ausverkauft. „Im Nu waren die Karten weg, und es wird auch am Halloween-Abend keine Tickets mehr geben“, erläutert Dennis Racioppi vom Organisationsteam. Die Narren „der Dommerschbacher“, der Sportverein und die Feuerwehrkameradschaft starten ab 18.30 Uhr an der Freizeithütte am Sportplatz die sechste Gruselwanderung durch Mosberg-Richweiler. In diesem Jahr haben die Besucher erstmals dafür den Betrag von fünf Euro zahlen müssen.

Logistisch und inhaltlich, so Racioppi, „haben wir uns ein Vierteljahr intensiv auf das Spektakel vorbereitet“. „Im Vorjahr sind wir von rund 1700 Menschen überlaufen worden. Unsere Kapazitäten waren vollkommen ausgeschöpft und wir mussten über den Rundfunk mitteilen lassen, dass keine weiteren Partygäste Mosberg-Richweiler anfahren sollten, um die Situation unter Kontrolle behalten zu können“, blickt Racioppi auf die letztjährige Stressveranstaltung zurück. Erneut ist entlang der Gruselstrecke eine Vollsperrung eingerichtet. „Die Zufahrt ins Dorf ist an Halloween für die Veranstaltungsbesucher nur mit gültigen Tickets möglich“, betont der Mitorganisator.

Gestemmt, so ergänzt Racioppi, werde das Mega-Ereignis von der gesamten Dorfbevölkerung. „Sie sind es, die die Veranstaltung so einzigartig machen“, schwärmt er von deren Unterstützung. Die teilweise monstermäßig verkleideten Hausbewohner dekorieren die Anwesen mit Kürbissen, Leichen baumeln an den Bäumen, und es hat schon ein kompletter Friedhof für die Untoten existiert. „Sogar Freunde und Bekannte aus den umliegenden Orten helfen mit, dass das Dorf seinen Besuchern einen Schreck einjagt“, freut sich Racioppi. Wie in einer Geisterbahn werden auf der mit 300 Grablichtern schummrig angeleuchteten und 1,2 Kilometer langen Horrormeile, die von Lisa Wendel koordinierten „Erschrecker“ aus dem Jenseits auftauchen. „Alles Laien und Bekannte von uns“, teilt er mit. An Halloween würden die Darsteller wahnsinnige Rollen einnehmen, die unter die Haut der Besucher gehen. „Was genau, werden wir noch nicht ausposaunen. Wir wollen, dass die Halloween-Fans von einem auf den anderen Moment richtig geschockt werden“, bekräftigt Racioppi.

Ab 18.30 Uhr werden dann gruppenweise die Furchtlosen auf die Tour durch das Spukdorf geschickt. „Wir wollen einen bestimmten Rhythmus einhalten, sonst wirken viele Effekte nicht“, weiß er. Im Vorjahr hat der „Little Horror Club“ die Gäste empfangen, die Apollo 13 Raumkapsel einen Horrorflug ins Weltall gestartet, schaurige Gestalten sind aus dem Gulli gekrochen, im Lazarett des Todes sind die abscheulichsten Patienten gequält worden, und eine Zombieherde wurde durchs Dorf gejagt. „Wir werden allen wieder einen ordentlichen Schreck einjagen, und erst ab dem Alter von 16 Jahren dürfen die Jugendlichen auf die Strecke“, sagt Racioppi.

Auch sie wird so manchen Besucher erschrecken. Foto: David Alles
Es scheint,  in Mosberg-Richweiler würden sich an Halloween alle gruseligen Gestalten treffen. Foto: David Alles

Am Anfang war die Veranstaltung ein vom Sportverein (SV) organisierter Freundschaftslauf. „In Wiesbaden habe ich dann bei den Amerikanern einen Grusellauf gesehen“, berichtet Racioppi, seinerzeit noch SV-Vorsitzender. Daraus sei dann ein „Halloweengrusellauf“ und im dritten Jahr das „Haunted Village“ Mosberg-Richweiler entstanden. „Durch intensive Bewerbung sind wir im vierten Jahr schon auf 700 Besucher gekommen“, merkt er an. Im Vorjahr, mit 1700 Gästen, sei es der absolute Wahnsinn gewesen. „Das Einzugsgebiet für die Veranstaltung geht über das Saarland hinaus, da kommen Leute von Mannheim extra nach Mosberg-Richweiler“, freut sich Racioppi. Denn längst haben sich die Idee und der Gruselfaktor bis in andere Regionen rumgesprochen. Aus Idar-Oberstein habe das Orgateam eine Anfrage bekommen, einen Bereich der Schmuckstadt in ein „Haunted Village“ zu verwandeln. „Das klappt nicht. Halloween ist nur an einem Abend, und an dem machen wir Mosberg zum Spukdorf“, legt sich Racioppi fest. Die Strecke ist über fünf Stunden geöffnet, Musik gibt es von DJ Disco Connection.

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