Modellbahnverein Wolfersweiler baut computergesteuerte Modulbahn

In der ehemaligen Grundschule : Verein baut computergesteuerte Modulbahn

Damit möglichst viele Mitglieder lernen, die neue Bahn zu bedienen, gibt es Seminare für die Modelleisenbahnbauer in Wolfersweiler.

Mehr als 60 Meter Gleise sind verlegt, die elektrischen Anschlüsse installiert. Der Intercity, kurz IC genannt, der Epoche V rollt langsam links aus der Ecke über die Schienen. Auf der entgegen liegenden Seite fährt ein Mini-Metronom-Personenzug der Niedersachsen-Bahn ab. Und stopp. Beide Modellzüge halten urplötzlich an. „Weichen- und Signalbetrieb bedeutet Verspätung, wie bei der richtigen Bahn“, scherzt Rolf Schreier vom Wolfersweiler Modellbahnverein. Sofort justiert Hermann Becker etwas an den Weichen nach. Ein paar Einstellungen muss der Modelleisenbahnbauer vornehmen, damit sich die Züge wieder fortbewegen. Alles gut. „Die erste Probefahrt hat geklappt“, freut sich Becker, dass die Modelle Fahrt aufgenommen haben.

Denn im Vereinsraum der ehemaligen Wolfersweiler Grundschule entsteht derzeit eine Drei-Leiter-Modulbahn mit einem Märklin K-Gleis. Die Anlage besteht aus insgesamt 13 Modulen, die auf einer 13 Meter langen und 1,4 Meter breiten Fläche verteilt sind. „Die Anlage haben wir an den Raum angepasst. Wir bauen eine vereinseigene und transportable Modulanlage, die wir dann auch bei Ausstellungen in anderen Hallen aufbauen und präsentieren wollen“, erklärt Becker.

Vor zwei Jahren sei die Idee entstanden, die kleinen Züge auf einer großen und detailreich gestalteten Modulanlage rollen zu lassen. „Das ist dann auch ein Gemeinschaftsprojekt, in das die Vereinsmitglieder ihre Vorstellungen einbringen können“, sagt Becker. Als nächstes müssen sich die Modellbauer ihre Gedanken darüber machen, wie später die passende Landschaft aussehen soll. Fest steht bereits, dass ein Miniatur-Nachbau des Bahnhofs von Neubrücke (Nahe) integriert wird. „Eine realistische Landschaft kann man nicht bauen, bei der Gestaltung müssen Kompromisse eingegangen werden“, meint er. Mit Zügen, denen sechs bis acht Waggons angehängt sind, und Lokomotiven mit sechs Wagen, komme die Anlage der Realität nahe. „All das kann auf einer Heimanlage nicht gebaut werden“, weiß Becker.

Seine Vereinskollegen Helmut Bohn und Gerhard Maurer sind in einer Ecke dabei die Motoren für die Weichen zu installieren. Die weiteren Probefahrten verlaufen störungsfrei, nun erfolgt die Digitalisierung und die Modulanlage wird mit dem Computer verbunden. „Im Planprogramm sind exakt die Radien eingezeichnet und wir können die Anlage noch mit zusätzlichen Modulen erweitern“, erläutert Becker. Ja, ergänzt er, es habe sich viel verändert. Das Hobby Modellbau sei im digitalen Zeitalter universeller geworden. „Klar muss man immer noch mit der Laubsäge umgehen können“, sagt er. Wichtig sei zudem ein 3-D-Vorstellungsvermögen, die Grundzüge der Elektrotechnik, um Weichenmotoren zu installieren, und der Umgang mit der Digitalisierung und Automatisierung einer Moduleisenbahn. „Das ist für junge Leute sehr interessant, die sind doch mit dem Computer aufgewachsen“, meint Becker. Damit möglichst viele Modellbauer mit dem Computerprogramm umgehen können, bietet der Verein dazu Ende des Monats kostenlose Seminare an.

Im Seminar für Modelleisenbahnbauer werden unter anderem nachfolgende Themen von Referent Hermann Becker erläutert: Installation der Software „WinDigipet“ und verbinden mit der Zentrale und der erforderlichen Hardware. Erstellen eines Gleisplanes und das Erfassen der notwendigen Signale, Rückmeldemodule, Weichenadressen und Fahrstraßen. Im zweiten Teil referiert Nico Becker über die Erstellung von Automatiken. Die Lokomotiven werden eingemessen, die Schattenbahnhof-Gleise automatisiert und die Erfassung der Gesamtautomatik. Kursbeginn ist für Ende August geplant, die Seminare sind kostenfrei.

Anmeldungen unter Angabe des gewünschten Wochentages und der Wunsch-Uhrzeit nimmt Hermann Becker unter der  Telefonnummer (06 8 55) 68 45 entgegen.

Mehr von Saarbrücker Zeitung