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Mitglieder der DLRG nehmen ihren Dienst am Bostalsee wieder auf

Rettungsschwimmer in Zeiten Coronas : Lebensretter wachen wieder über Bostalsee

Ab diesem Wochenende sind die Rettungsschwimmer der DLRG – unter strengen Auflagen – wieder im Einsatz.

Die Rettungsschwimmer am Bostalsee sind ab diesem Samstag wieder auf ihrem Posten. Nachdem der Saisonbeginn am Bostalsee und am Stausee Losheim aufgrund der Covid19-Pandemie zunächst verschoben werden musste, beginnt die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) am Bostalsee nun mit dem Wasserrettungsdienst. Angesichts der besonderen Umstände jedoch unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen.

Während an den Saison-Wochenenden am Bostalsee üblicherweise neun ehrenamtliche Rettungsschwimmer im Einsatz sind, wird die Mannschaft bis auf weiteres auf vier Personen reduziert. Außerdem rät Tobias Wagner, verantwortlich für alle Einsätze der DLRG auf Landesebene, seinen Teams dringend davon ab, in der Gemeinschaftsunterkunft zu übernachten, um so die Ansteckungsgefahr unter den Rettungsschwimmern auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. „Auch für unsere Rettungsschwimmer gilt in allen Belangen der behördlich vorgegebene Mindestabstand von 1,5 Metern“, stellt Wagner klar. „Wo dieser Abstand nicht eingehalten werden kann, ist das Tragen von Masken, die Mund und Nase bedecken, zwingend erforderlich.“

Wie in diesen Zeiten ein Wasserrettungsdienst aussehen kann, der die Eigensicherung der Rettungsschwimmer und eine effektive Hilfeleistung im Notfall unter einen Hut bringt, stellte die Mediziner innerhalb der DLRG vor Herausforderungen. Dr.  Robin Engert, niedergelassener Arzt und stellvertretender Landesverbandsarzt der DLRG im Saarland, hat für die Einsatzkräfte einen umfassenden Katalog an Informationen und Anweisungen zusammengestellt. „Viele Hinweise entsprechen den Vorsichtsmaßnahmen, die wir alle nun schon seit einigen Wochen auch im Privatleben anwenden: Mindestabstand, Husten- und Nies-Etikette, Vermeiden von Fahrgemeinschaften und so weiter. Außerdem sollen Angehörige der Hochrisikogruppen nicht am Dienst teilnehmen.“

Doch das Virus fordert auch schmerzhafte und spürbare Einschnitte in der Hilfeleistung: „Kommt es wirklich zum Äußersten, zu einem Herz- und Atemstillstand, wird entgegen der sonst üblichen Reanimationsrichtlinien derzeit keine Atemspende, sondern lediglich eine Herzdruckmassage stattfinden. In praktisch allen aktuell zur Verfügung stehenden Hygienerichtlinien gelten während der jetzigen Pandemie Manipulationen an den Atemwegen als Hochrisikomaßnahmen für den Retter, die nur unter umfassenden Schutzmaßnahmen durchgeführt werden sollen. Der richtige Umgang mit dieser Schutzausrüstung erfordert aber selbst bei Klinikpersonal eine sorgfältige Schulung und viel Übung, damit auch tatsächlich der erwartete Schutz besteht. Außerdem ist diese Ausstattung derzeit den Kliniken vorbehalten. Für uns bleibt deshalb bis zum Eintreffen des Rettungswagens nur die Herzdruckmassage.“

Da eine einfache Mund-Nase-Maske in erster Linie nicht den Träger, sondern sein Umfeld schützt, kann es auch bei kleineren Hilfeleistungen erforderlich sein, dass Hilfesuchende selbst eine solche Maske anlegen müssen. Hier appelliert die DLRG an die Besucher der beiden saarländischen Badeseen, zum Schutz ihrer ehrenamtlichen Rettungsschwimmer selbst vorzusorgen. „Wenn nötig, werden wir aber sicher auch eine Maske zur Verfügung stellen können“, meint Engert. Die größte Unterstützung für die Lebensretter aber sei Besonnenheit und Rücksicht beim Aufenthalt am und im See.

Andere Aussichten in diesem Jahr für die Rettungsschwimmer an der Hauptwache Bostalsee. So ganz entspannt wird es nicht aussehen, denn strenge Richtlinien sind zu beachten. Zunächst einmal: mehr Abstand halten. Foto: Hendrik Hubig

Von einem normalen Saisonstart kann also in diesem Jahr auch bei der DLRG keine Rede sein. Trotzdem will man sich vom Virus nicht völlig lähmen lassen: „Uns als DLRG ist es wichtig, so gut wie möglich für die Menschen da zu sein, unsere Rettungsschwimmer aber gleichzeitig keiner größeren Gefahr auszusetzen, als sie diese Zeit sowieso schon birgt.“ fasst Tobias Wagner abschließend zusammen.