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Mehrweg-to-go und Gebrauchtmöbelbörse am Umwelt-Campus Birkenfeld

Campus : Mehrweg-to-go und Gebrauchtmöbelbörse

Am Umwelt-Campus Birkenfeld werden Wege geschaffen, Produkte in der Kreislaufwirtschaft zu halten und Ressourcen zu schonen.

Ein starkes Zeichen zur Abfallvermeidung wird in Zukunft am Umwelt-Campus Birkenfeld der Hochschule Trier gesetzt. Staatssekretärin Katrin Eder aus dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz hat am Mittwoch, 6. Oktober, den Fördermittelbescheid am Rande der PIUS-Tagung an Prof. Dr.-Ing. Susanne Hartard und Prof. Dr. Georg Rock persönlich überreicht. Das teilt eine Campus-Sprecherin in einer Pressemeldung mit. In dem interdisziplinären 18-monatigen Forschungsprojekt werden Mehrweg-to-go Konzepte und eine Gebrauchtmöbelbörse entwickelt und realisiert. Als Pate für die softwareseitige Entwicklung dient die hauseigene App Intake, die auch maßgeblich zur Ideenfindung beigetragen hat.

Der Umwelt-Campus Birkenfeld wirbt als grünste Hochschule Deutschlands – Green Metric Ranking – erfolgreich um Studierende und ist als Zero-Emission-Campus Gastgeber internationaler Delegationen, heißt es weiter. „In der Kreislaufwirtschaft lassen sich unsere Aktivitäten noch steigern“, sagt Prof. Susanne Hartard, Professorin am Umwelt-Campus Birkenfeld. „Die Projektidee ist nicht zuletzt während eines Studierendenprojektes entstanden, in welchem die Masterstudierenden Christina Ginder, Klara Theobald und Veronique Trabold die Optimierung der Kreislaufwirtschaft mit ihren Ideen vorantreiben möchten. Das aus diesen Ideen entstandene Forschungsprojekt eröffnet uns Möglichkeiten, gleich an zwei Stellen anzusetzen, in der Mensa bei den Essen, die außer-Haus gehen, und bei den Studentenwohnheimen, wo durch die Ein- und Auszüge seit Jahren ein hohes Sperrmüllaufkommen anfällt“.

Prof. Rock und Christian Bettinger (Fachbereich Informatik) haben während der Corona-Pandemie ein attraktives System zur Kontaktdatenerfassung über die Web App Intake an der Hochschule Trier realisiert, heißt es vonseiten der Hochschule weiter.

Im Rahmen dieses Projektes wird Intake um Funktionalitäten erweitert, welche für die Kreislaufwirtschaft genutzt werden können. Worum geht es? Mensa-Besucher leihen – ohne Pfand – Mehrwegbehälter für den Service außer Haus über ihre Handy App aus. Beim nächsten Besuch wird der Servicebehälter zurückgegeben. Die hauseigen verwaltete App ermöglicht die Ableitung von wertvollen Erkenntnissen für die Mehrwegwirtschaft unter Berücksichtigung des Datenschutzes: nachhaltige Behälterauswahl, optimierte digitale Kennzeichnung, Nutzungsdauer und erreichbare Zyklen. Das zu entwickelnde System kann auf Hochschulen, Großveranstaltungen wie den Rheinland-Pfalz-Tag, aber auch Servicetheken im Einzelhandel übertragen und sehr schnell in den Einsatz überführt werden, heißt es weiter.

Mit starker Unterstützung der Campus Company (Geschäftsführer Christoph Frick) wird gegenwärtig die Kreislaufwirtschaft am Umwelt-Campus optimiert. Aus einem ehemaligen Müllplatz entsteht ein Wertstoffplatz. Studierende werden in Zukunft bezüglich der ganzen Bandbreite der Abgabe von Wertstoffen und Restabfall beraten und können nicht mehr benötigte Möbel und Haushaltsgegenstände für die Weiterverwendung digital anbieten und abgeben.

Durch das Monitoring des vermiedenen und recycelten Abfalls wird eine Evaluation der erreichten Ergebnisse ermöglicht. Durch Sponsoring von Vorsammelgefäßen durch den AWB Birkenfeld und über die Kampagne Mülltrennung wirkt der Dualen Systeme Deutschlands wird die getrennte Sammlung in den Wohnheim- und Campusküchen attraktiver gestaltet. Ein umfangreiches Konzept der Öffentlichkeitsarbeit entsteht bis Jahresende, um Studierende über Social Media anzusprechen, heißt es weiter.

Die Professoren Hartard und Rock bestätigen: „Wir finden es großartig, dass uns die Möglichkeit durch das vom Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz geförderte Projekt gegeben wird, ganz konkret und messbar einen Beitrag zur Müllvermeidung und zur notwendigen Transformation zur Nachhaltigkeit im Servicebereich zu leisten. Über innovative Ideen im Projekt kann das Negativimage des Abfallintensiven to-go abgebaut werden.“ „Recycling und Weiternutzung im Bereich von Gebrauchtmöbeln ist ein stiefmütterlich vernachlässigter Bereich in der Kreislaufwirtschaft“, sagt Professorin Hartard. Durch die für Studentenwohnheime charakteristisch hohe Ein- und Auszugsrate sehen wir hier einen vielversprechenden Ansatzpunkt zur Abfallvermeidung durch die Kaskadennutzung von Gebrauchtmöbeln, heißt es weiter.

Mit dem geförderten Projekt wird es uns möglich sein, einen hausinternen und geschützten Datenbestand zur Kreislaufwirtschaft aufzubauen und daraus ein intelligentes und motivierendes Monitoring zur Müllvermeidung abzuleiten. Die Ergebnisse werden Vorbild sein für weitere mögliche Anwendungen wie weitere Mensen, öffentliche Veranstaltungen wie den Rheinland-Pfalz-Tag, den Einzelhandel, aber auch den Wohnheimbetrieb der Studentenwerke, eine zirkuläre Wirtschaft in die Praxis umzusetzen.“