Mehr als nur Mehl und Hefe

Gestern war der Tag des deutschen Brotes. Zu diesem Anlass hat die SZ die Bäcker von morgen in der Neunkircher Berufsschule besucht. Gelernt wird in der schuleigenen Bäckerei und in Betrieben im ganzen Saarland.

Es soll Weltkulturerbe werden, das deutsche Brot. Zumindest, wenn es nach dem Zentralverband des deutschen Bäckerhandwerks geht. Im Neunkircher Berufsbildungszentrum in der Parkstraße haben die Bäcker- und Bäckereifachverkäufer-Azubis gestern den Tag des deutschen Brotes zum Anlass genommen, um zu zeigen, wie hochwertig und vielfältig das Produkt Brot eigentlich ist. "Heutzutage kann man Brot ziemlich überall kaufen. Viele Menschen wissen dadurch dessen Wert nicht mehr zu schätzen", bedauert Nicole Wild, zukünftige Bäckerin im ersten Lehrjahr. Auch Lisa Steinborn, Lehrerin für Hauswirtschaft, sieht das so: "Das Brot müsste als Nahrungsmittel viel mehr gewürdigt werden. Der Tag des Brotes ist ein guter Anfang." Von Roggenbrot über Mischbrot bis zu Schwarzbrot stellten die Nachwuchsbäcker und Bäckereiverkäufer ihren Mitschülern aus den anderen Zweigen die verschiedenen Brotarten vor - angefangen mit Körnern und Getreide bis zu belegten Broten, die sie in den Pausen verkauften.

Der Alltag der Bäcker ist hart. Nichts für Langschläfer. Die Nachtschichten kennen die Azubis im ersten Lehrjahr schon und oft ist auch die sechstägige Arbeitswoche drin. Einen Tag davon verbringen sie in der Schule, den Rest im Betrieb. Aber die Motivation siegt über die harten Bedingungen. "Ich habe schon früh gewusst, dass ich mit Lebensmitteln arbeiten möchte. Bäckerin ist wirklich mein Wunschberuf, ich habe sogar die Schule abgebrochen, um mit dieser Ausbildung anfangen zu können", erzählt 16-jährige Cindy Ezsöl, die bei der Bäckerei Schaefer in Welschbach lernt.

Auch wer in der Bäckerei hinter der Theke steht, muss mehr können, als nett lächeln und schön einpacken. Die Zusammensetzung der verschiedenen Brote und die Herstellungsprozesse stehen unter anderem auf dem Lehrplan der Bäckereifachverkäufer. Doch das nette Lächeln dazu darf auch nicht fehlen. "Man kann schon morgens gute Laune vermitteln und dem Kunden damit einen schönen Start in den Tag ermöglichen", sagt Daniela Coenen.