Martin Luther King bleibt ein Vorbild

Martin Luther King bleibt ein Vorbild

„I have a dream“ – einen Hauch der Begeisterung, die der Bürgerrechtler Martin Luther King mit seiner gleichnamigen Rede am 28. August 1963 vor über 250 000 Menschen in Washington entfachte, spürten auch die Oberstufenschüler des Peter-Wust-Gymnasiums (PWG) Merzig. Aus Anlass des 50. Jahrestags der berühmten Rede des späteren Friedensnobelpreisträgers hatte die Schule in Zusammenarbeit mit dem Deutsch-Amerikanischen Institut Saarbrücken e.V. zu einem bemerkenswerten Vortrag eingeladen. Mit ihren in englischer Sprache gehaltenen Ausführungen über „Leaders of the Civil Rights Movement“ gelang es Konsulin Ciera Burnett die Schüler zu fesseln.

Durch die hervorragenden Kontakte von PWG-Didaktik-Leiterin Marion Licht war es dem Peter-Wust-Gymnasium Merzig gelungen, Ciera Burnett, Diplomatin im Dienste des Generalkonsulats der USA in Frankfurt, für eine außergewöhnliche Vortragsveranstaltung in Merzig zu gewinnen.

In ihrer Begrüßung drückte Schulleiterin Gabriele Hewer ihre Freude über die Bereitschaft von Burnett aus, vor den PWG-Schülern über die amerikanische Bürgerrechtsbewegung zu sprechen und würdigte Martin Luther King als herausragenden Vertreter für die Verwirklichung der Menschenrechte. "Das Gedenken an ihn ist auch deshalb so wichtig", betonte die Schulleiterin, "da auch heute an vielen Orten der Welt das Eintreten für die Rechte benachteiligter Menschen notwendig ist."

Durch ihren lockeren und unterhaltsamen Vortragsstil gelang es Ciera Burnett sehr schnell, die PWG-Schüler zu begeistern und ihnen einen Zugang zum Thema zu vermitteln. Dazu trug auch bei, dass es für sie nach eigenen Angaben "einen emotionalen Moment" darstellte, über die amerikanische Bürgerrechtsbewegung zu sprechen. Die Zuhörer spürten die Begeisterung der jungen Afro-Amerikanerin für das erfolgreiche Engagement der Bürgerrechtler. Neben Martin Luther King wurden auch noch andere Persönlichkeiten der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung vorgestellt. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass Martin Luther King seine Ziele auf friedlichem Weg zu erreichen suchte. Sein Eintreten für friedliche Lösungen ist für die heutige Welt sicher nicht von geringerer Bedeutung als seinerzeit.

Den Schülern wurde aber deutlich gemacht, dass die inzwischen gesetzlich verankerte Gleichberechtigung der Afroamerikaner in der Lebenswirklichkeit der USA noch keineswegs umgesetzt ist. Zweifellos ist eine anhaltende wirtschaftliche und bildungsmäßige Benachteiligung der afroamerikanischen Bevölkerung festzustellen.

Auch 50 Jahre nach Kings Aufsehen erregender Rede ist die afroamerikanische Bevölkerung in den USA unter anderem wesentlich stärker von Armut und Arbeitslosigkeit betroffen. Burnett stieß mit ihren Ausführungen auf lebhaftes Interesse. Gut eingebunden war in ihren Vortrag auch die sehr gelungene Power-Point-Präsentation, die auch historische Filmsequenzen enthielt.

Die PWG-Schüler wurden zuvor durch die Englisch-Lehrer der Klassenstufen 10-12 intensiv vorbereitet und hatten Martin Luther King und die amerikanische Bürgerrechtsbewegung im Unterricht näher behandelt.

Nico Leistenschneider (Klasse 10cn) war der Meinung, dass man durch Martin Luther King und die amerikanische Bürgerrechtsbewegung auch für den schulischen Bereich und die heutige Zeit einiges lernen könne: "Man kann von Martin Luther King lernen, dass man niemanden ausschließen darf und alle gleichberechtigt sein sollten." Sein Englisch-Lehrer Christian Webel hob die Relevanz des Themas hervor: "Auch heute gilt es, Unrecht wahrzunehmen, etwas dagegen zu tun und nicht alles hinzunehmen. Martin Luther King ist hier ein gutes Vorbild."

Besonders positiv war die Resonanz bei allen Beteiligten nach der Veranstaltung mit Ciera Burnett. "Die lockere Art der Referentin und die an uns Schüler sehr gut angepasste Präsentation des Themas hat mir sehr gut gefallen", war Mara Repplinger (Klasse 12) nach der Veranstaltung begeistert. Helge Krebs-Fleischmann (Klasse 12) war von dem Engagement der Referentin fasziniert: "Mich hat beeindruckt, mit welchem Ehrgeiz sie die Geschichte der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung wachhalten möchte."

Alina Scholz (Klasse 12), die mit einigen Mitschülern vor der Veranstaltung schon die Gelegenheit hatte, mit Konsulin Ciera Burnett über die Bürgerrechtsbewegung, aber auch den persönlichen Werdegang der Diplomatin zu sprechen, fand es klasse, dass diese sich so sehr für die Sicht der Schüler interessiert habe. "Mir war bisher nicht bewusst, dass das Thema der Bürgerrechtsbewegung noch so aktuell ist", fügte sie hinzu und freute sich darüber, dass vom PWG diesem Thema ein wichtiger Stellenwert eingeräumt wurde.

Bevor die Veranstaltung mit einem gelungenen Auftritt der PWG-Bigband (Leitung: Dirk Sauer) beendet wurde, appellierte Ciera Burnett noch einmal ganz im Sinne Martin Luther Kings an ihre Zuhörer: "Wenn ihr Probleme und Unrecht in der Gesellschaft erkennt, sucht nach einer Lösung und werdet selbst aktiv, um das Unrecht zu beseitigen und die Probleme zu lösen."