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Maria Cleary spielt die „Harfe der Octavie“

Maria Cleary spielt die „Harfe der Octavie“

Die Konzertbesucher erwartet nicht nur eine außergewöhnliche Besetzung – Harfe, Geige, Kontrabass und Hörner –, sondern auch eine selten gehörte Werkauswahl. Unter anderem erklingt das Opus 3 von Jean-Baptiste Krumpholtz.

 Benjamin Locher (Horn).
Benjamin Locher (Horn).

Künstler von internationalem Rang sind am Sonntag, 15. Juni, in Wadern zu Gast: Die Harfenistin Maria Cleary und der Geiger Davide Monti, bekannt unter dem Namen "Arparla+", gastierten bereits zweimal in der Hochwaldstadt und treten nun mit Helen Macdougall und Benjamin Locher, beide Horn, und Ilka Emmert, Kontrabass, in einem außergewöhnlichen Konzert um 16 Uhr in der Allerheiligenkirche Wadern auf.

Eine Besonderheit bei diesem Konzert ist, dass die Künstler in Wadern zum ersten Mal seit dem 18. Jahrhundert das Opus 3 des großen Harfenvirtuosen Jean-Baptiste Krumpholtz aufführen. Dabei handelt es sich um vier Sonaten für Harfe, begleitet von einer Violine, einem Kontrabass und zwei Hörnern. Krumpholtz komponierte die Sonaten in den Jahren 1773-76, als er am Hof von Esterhazy unter der Leitung von Joseph Haydn tätig war. Der Harfenbauer und Musikverleger Georges Cousineau veröffentlichte dieses Werk in Paris, wenige Jahre, nachdem er die sogenannte "Harfe der Octavie" gebaut hatte. Diese Harfe steht heute im Stadtmuseum Wadern und kommt natürlich im Konzert zum Einsatz. Die Instrumentalbesetzung mit Harfe, Geige, Kontrabass und Hörnern ist eine ausgesprochene Rarität. Zwischen den Sonaten von Krumpholtz erklingen der erste und der vierte Satz aus der Violinsonate Nr. 5 in F-Dur op. 24 von Ludwig van Beethoven.

Die gebürtige Irin Maria Cleary ist eine "wahre Virtuosin", die in Irland, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien und Deutschland Harfe studiert und insgesamt fünf Diplome erworben hat. Sie erhielt mehrere internationale Auszeichnungen, unter anderem den ersten Preis ex-aequo beim Utrechter Wettbewerb für Alte Musik 1997. Cleary hat in ganz Europa, den USA, Kanada, Japan und Australien konzertiert und CD-Aufnahmen gemacht.

Virtuose auf der Barockvioline

Der Geiger Davide Monti verbindet mitreißenden Schwung mit einem außergewöhnlichen Talent zu völlig natürlichem Vortrag. Er ist ein gefragter, musikalischer Leiter, Solist, Konzertmeister und Kammermusiker und bekannt für seine Leidenschaft und sein Charisma. Nach seinem Studienabschluss am Konservatorium von Parma und Verona spezialisierte er sich auf Barockvioline. Monti spielt eine Geige von 1733 aus der italienischen Schule, eine Leihgabe der Familie Paternostro. Im Oktober 2014 wird er die Tafelmusik Toronto leiten.

Helen Macdougall schloss ihr Hornstudium an der Australian National University in Canberra mit Auszeichnung ab. Im Jahre 1992 ging sie nach Europa, und trat weltweit mit vielen berühmten europäischen Ensembles für Alte Musik auf. Sie war Dozentin und gab Meisterkurse in Japan, Russland, Australien und Brasilien.

Der Hornist Benjamin Locher begann seine Ausbildung am Conservatoire d'Amiens und studierte anschließend am Conservatoire de Paris. Seine Leidenschaft gehört der zeitgenössischen Musik. Seit 2008 tritt er mit zahlreichen Ensembles auf und spielt in berühmten Sälen, unter anderem dem Theater an der Wien, dem Teatro San Carlo und dem Théatre des Champs Elysées.

Ilka Emmert studierte in Frankfurt bei Professor Günter Klaus. Ihre erste Festanstellung erhielt sie 1990 beim Rundfunk-Sinfonieorchester Stuttgart, von wo sie 1992 als Solokontrabassistin zum damaligen Rundfunk-Sinfonieorchester Saarbrücken wechselte. Diese Position hat sie auch bei der Deutschen Radio- Philharmonie inne. Karten zu zwölf Euro sind an allen Ticket-regional-Verkaufsstellen unter www.ticket-regional.de , Tel. (06 51) 9 79 07 77, bei "Naturkost am kleinen Markt" Wadern und im Waderner Rathaus erhältlich. Studierende und Schüler haben freien Eintritt. Ermäßigte Karten zu acht Euro (etwa für Mitglieder der Akademie für Alte Musik oder für Personen mit Behindertenausweis) sind nur an der Tageskasse erhältlich.