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"Man müsste nochmal zwanzig sein"

"Man müsste nochmal zwanzig sein"

Wolfersweiler. In diesem Gotteshaus wurde Schweig getauft und konfirmiert. Alleine stand er nun hinter dem Notenständer und intonierte mit seiner Tenorstimme den Wunsch "Man müsste nochmal zwanzig sein" (Gerhard Jussenhoven).Ein Lied wie geschaffen für einen Rückblick seiner musikalischen Tätigkeiten

Wolfersweiler. In diesem Gotteshaus wurde Schweig getauft und konfirmiert. Alleine stand er nun hinter dem Notenständer und intonierte mit seiner Tenorstimme den Wunsch "Man müsste nochmal zwanzig sein" (Gerhard Jussenhoven).Ein Lied wie geschaffen für einen Rückblick seiner musikalischen Tätigkeiten. Schon bereits mit zehn Jahren erlernte Schweig das Geigenspiel, der damalige Dorflehrer Lehmann gewann ihn für den Chor in seinem Heimatort Gimbweiler. "Willst du?", ein "Ab morgen kommst du", reichte um den jungen Klaus zu überzeugen. Begeistert vom Chorgesang besuchte er Anfang der 1970 eine Chorleiterschulung in Bingen. "Ich bin ansonsten doch ein musikalischer Laie", meinte Schweig bescheiden. Mit dem Zertifikat in der Tasche war der gelernte Schreiner 27 Jahre Chorleiter in Gimbweiler, wie auch in Ruschberg (1971-1998). 17 Jahre dirigierte Schweig den Chor in Heimbach, neun Jahre in Berschweiler (Landkreis Birkenfeld), und nicht zuletzt je drei Jahre in Baumholder und Birkenfeld sowie ein Jahr in Berglangenbach. "Er war ein sehr guter Chorleiter, der immer ein hohes Niveau von seinen Sängern gefordert hat", charakterisierte Klaus Becker, der ehemalige Vorsitzende (1981-1984) des Gemischten Chors Gimbweiler den Taktgeber. Achim Bill (Vorsitzender 1996-2002) riet Schweig für den Ruhestand: "Klaus, lass dir den Rotwein schmecken". Mit seinem Chorleiter verstummt auch der Gemischte Chor in Gimbweiler. Vorliebe für Kirchenmusik"In 28 Jahren haben wir viele gemeinsame Gottesdienste bestritten, und ich habe es stets genossen", schwärmte Pfarrer Wim Gerritsmann in seiner Laudatio. Schweig habe sich, führte Gerritsmann weiter aus, in hiesigen Breiten herausragende Verdienste auf dem Gebiet der Chormusik erworben. Als sein Dirigenten-Vorbild bezeichnete er den Komponisten Robert Stolz, seine Lieblingsmusik habe der österreichische Kapellmeister und Komponist Johann Strauss geschrieben. Nachdem Schweig seinen Taktstock niedergelegt hat, wird seine Stimme jedoch weiter im rheinland-pfälzischen Chorleiterchor erklingen. Seiner heimlichen Liebe, die Kirchenmusik, kann er sich nun voll und ganz widmen. "Das Singen in einer Kirche ist ein ganz besonderes Erlebnis", sagte Schweig unmittelbar nach seiner musikalischen Abschiedsfeier. Mit "Verklungen sind die Melodien", widmete der Gemischte Chor und der Meisterchor Ruschberg ihm zu Ehren abschließend einen Klassiker des Chorgesangs. Die Konzertbesucher verneigten sich mit stehenden Ovationen und lang anhaltendem Beifall vor der über 40-jährigen musischen und kulturellen Leistung des Chorleiters.

Auf einen BlickBeim Konzert wirkten die beiden Chöre aus Gimbweiler (Gemischter Chor und Modern Voices), der Meisterchor Ruschberg, sowie ein Doppelquartett und ein Trio, bestehend aus Sängerinnen und Sängern aus Gimbweiler und Umgebung mit. Zum Abschluss sangen die Sängerinnen und Sänger aus Gimbweiler und Ruschberg einige Lieder vereint in einem großen Chor. Karl - Heinz Fries begleitete die Chöre am Klavier. Der Erlös des Benefizkonzerts ist für die Renovierung der Stummorgel des Gotteshauses bestimmt. frf