Löschbezirk fehlt der Nachwuchs

Löschbezirk fehlt der Nachwuchs

Akuter Nachwuchsmangel: Die Jugendfeuerwehr im Löschbezirk Mosberg-Richweiler hat den Dienst quittieren müssen. Der örtliche Feuerwehr-Chef David Werle will nun einen neuen Anlauf nehmen, um Jugendliche gewinnen zu können.

Hört sich zunächst gut an. Mit Samuel Heidrich, Marvin Schmidt und Florian Schmitt sind gleich drei Nachwuchskräfte aus der Mosberg-Richweiler Jugendfeuerwehr in die Einsatzabteilung des Löschbezirks aufgerückt. Doch damit war gleichzeitig nach 32 Jahren das Aus für die Nachwuchsabteilung besiegelt. "Null Mitglieder in der Jugendfeuerwehr hatten wir noch nie", stellt der Mosberger Feuerwehr-Chef David Werle ernüchternd fest. Er weiß schon lange um das Nachwuchsproblem, trotz intensiver Suche war das bittere Ende nicht mehr abzuwenden. "Wir haben im Dorf alle Familien aufgesucht, die Kinder im Alter für die Jugendfeuerwehr haben, und Werbung betrieben", berichtet der 27-Jährige. Zudem ist vor einem Jahr, geleitet von Jugendwart Dennis Racioppi, im Dorf ein Tag der Jugendfeuerwehr veranstaltet worden. Alle Aktionen und Aufrufe verliefen im Sande. Die Lage im 400-Einwohner-Ort schätzt Werle deshalb als brenzlig ein.

Aufgeben, gibt's nicht

Denn der fehlende Nachwuchs könnte sich in ein paar Jahren negativ auf den Personalstand des Löschbezirks auswirken. "Da uns das klassische mittlere Alter zwischen 30 und 45 Jahren fehlt, entsteht durch ausbleibenden Nachwuchs ein Loch, das nicht so schnell zu stopfen ist", befürchtet Werle.

Das Handtuch werfen und einfach so aufgeben, ist nicht das Ding des Ex-Sprechers der Gemeindejugendfeuerwehr. "Wir hängen die Jugendfeuerwehr nicht an den Nagel und werden einen neuen Anlauf nehmen", kündigt Werle an. Weil es immer weniger Kinder gibt, wächst der Wettbewerb mit anderen Vereinen. Werle schwebt in erster Linie vor, die Eltern von der Jugendarbeit in der Feuerwehr zu überzeugen. "Wenn die Eltern dahinter stehen, dann kommen auch die Kinder. Wenn ein Kind einmal da ist, bringt es beim nächsten Mal vielleicht einen Freund mit", so stellt sich Werle die kleinen Schritte des Neuaufbaus vor.

Wie ein Goldgräber will er sich nun auf die Suche nach dem Nachwuchs im Alter ab acht Jahren in Mosberg begeben. "Mit drei, vier Kindern fangen wir sofort wieder an", erklärt er voller Tatendrang. Alternative Ideen hat er ebenfalls schon parat, wenn eine Minigruppe zusammenkommt. "Wir könnten uns dann mit der Wolfersweiler Jugendfeuerwehr kurzschließen und uns über eine eventuelle Zusammenarbeit Gedanken machen", so Werle, der derzeit noch in Wolfersweiler wohnt.

Fakt ist erst einmal, dass der nicht mehr vorhandene Feuerwehrnachwuchs eine ordentliche Lücke in die dörflichen Aktivitäten gerissen hat. Aktionen zum Gemeinwohl wie die Teilnahme an der Frühjahrsputz-Kampagne Saarland Picobello oder das Einsammeln der Weihnachtsbäume bleiben nun an den erfahrenen Feuermännern hängen.

Des Weiteren hat der Löschbezirk Mosberg die Aufgaben für die Jugendfeuerwehr-Kleiderkammer in der Gemeinde Nohfelden übernommen. "Schon allein dadurch haben wir eine ganz enge Verbindung zu der Jugendfeuerwehr", betont Werle.

Bei Interesse an der Jugendwehr können sich Mädchen und Jungs im Alter zwischen acht und 16 Jahren bei Feuerwehr-Chef David Werle melden, Tel. (01 76) 80 27 13 95.