Lobby für behinderte Menschen

Kreis Neunkirchen. "Die Lebenshilfe Neunkirchen versteht sich als Lobby für Menschen mit geistiger Behinderung und deren Angehörige", unterstrich Vorsitzender Norbert Puhl anlässlich der Mitgliederversammlung des Vereins

Kreis Neunkirchen. "Die Lebenshilfe Neunkirchen versteht sich als Lobby für Menschen mit geistiger Behinderung und deren Angehörige", unterstrich Vorsitzender Norbert Puhl anlässlich der Mitgliederversammlung des Vereins. Haus- und Straßensammlung und die Neuauflage des Kunstkalenders in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Neunkirchen sollen laut Puhl auf die Menschen mit Behinderung aufmerksam machen. Gegenüber der Landesregierung habe die Lebenshilfe klar zum Ausdruck gebracht, dass sie zum Umbau und der Weiterentwicklung der Hilfe für Menschen mit geistiger Behinderung bereit sei, einen Abbau jedoch klar ablehne. Nach Ablehnung einer dritten Tagesförderstätte durch das Land, habe man die Öffnungszeiten in den beiden bereits bestehenden Einrichtungen ausgeweitet. "Überbelegungsplätze" seien ausgehandelt worden. Im schulischen Bereich habe man durch Integrationshelfer den Schulalltag für besonders förderungs- und pflegebedürftige Schüler verbessert. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für dieses Angebot sind nach Puhls Auffassung allerdings noch nicht ausreichend. Aus einem "Integrationshelfer" müsse eine wirkliche "Schulassistenz" werden, die auf Grund ihrer fachlichen Eignung pädagogische Unterstützung in den Schulalltag bringe. Da die Wohnstätte "Haus Elisabeth" in Spiesen-Elversberg Erfordernissen des Brandschutzes und der Heimaufsicht nicht länge genüge, wolle die Lebenshilfe Neunkirchen dieses Wohnheim aufgeben und stattdessen in der Nachbarschaft des Tom Mutters-Hauses eine neue Wohnstätte bauen. Die Einrichtungen der Lebenshilfe im Landkreis Neunkirchen sind laut Puhl alle ausgelastet. So werden etwa bei der Kinderhilfe Neunkirchen 273 Jungen und Mädchen bis zum Alter von sechs Jahren betreut, 22 Kinder stehen noch auf der Warteliste. Das Werkstattzentrum für Menschen mit Behinderung der Lebenshilfe gGmbH mit seinen 404 hauptamtlichen Mitarbeitern und seinen 955 Werkstattbeschäftigten habe die durch die Wirtschaftskrise bedingten Auftragsrückgänge gut aufgefangen. Wegen seines Jahrzehnte währenden Engagements für die Lebenshilfe Neunkirchen wurde der Landrat des Landkreises Neunkirchen, Rudolf Hinsberger, zum Ehrenmitglied des Vereins ernannt. "Wir dürfen die Eltern von Kindern mit Behinderung nicht allein lassen", appellierte der Landrat an die Besucher. Die Verdienstmedaille der Lebenshilfe erhielt Werner Jakob, der sich 20 Jahre lang für die Belange von Menschen mit Behinderung und ihrer Angehöriger eingesetzt hat.