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Künstlerin Eva Huber stellt in Art Gallery 64 in Birkenfeld aus

Interview Eva Huber : Sie will die Schönheit der Seele sichtbar machen

Aufnahmen der Fotografin sind ab Donnerstag, 8. August, in der Art Gallery 64 in Birkenfeld zu sehen.

„The Inner Light“ ist der Titel einer Ausstellung, die ab Donnerstag, 8. August, in der Art Gallery 64 in Birkenfeld zu sehen ist. Die Galerie präsentiert dabei Aufnahmen von Eva Huber aus zwei ganz unterschiedlichen Bereichen: Zum einen hat die Fotografin exotische Szenerien und Porträts in Indien eingefangen, zum anderen zeigt sie die Schönheit von Schiffen im Meer der Niederlande auf detailverliebten Fotografien. Im SZ-Interview erzählt Huber, was sie an der Küstenlandschaft fasziniert.

Frau Huber, die Fotos, die Sie in der Art Gallery 64 zeigen, sind an ganz unterschiedlichen Orten entstanden: auf der einen Seite in Indien, auf der anderen in den Niederlanden. Warum haben Sie sich für diesen Gegensatz entschieden?

HUBER Ich habe diese beiden Arbeiten gewählt, um verschieden Aspekte meiner fotografischen Arbeit zu zeigen. Die Fotos des Segelschiffs waren eine dokumentarische Auftragsarbeit für die Süddeutsche Zeitung, während die Fotos in Indien eine meiner freien Arbeiten darstellen, welche über mehrere Jahre fortgeführt wird.

Was fasziniert Sie an den Küstenlandschaften und den Schiffen?

HUBER Besonders faszinierend ist für mich die Leere und Stille dieser Landschaft und die Möglichkeit der speziellen Plattbodenschiffe, sich bei Ebbe im Watt abzustellen, wobei sie einen faszinierenden Anblick bieten.

Für Ihre Arbeit als Fotografin waren Sie schon an vielen Stellen der Welt. Wo gibt es die spannendsten Motive?

Huber Spannende Motive kann man als Fotografin überall finden, jeder Ort hat seine eigenen Geheimnisse zu entdecken. Wobei ich mein Herz an Indien gegeben habe, da dort die Essenz unseres Daseins, das was uns ausmacht, unsere Seele, am unverfälschtesten zu erleben ist, und dies für mich am spannendsten ist. Dieses innere Strahlen, diese Glückseligkeit, die die Menschen trotz äußerer Armut ausstrahlen, ist für mich sehr anziehend und ich entdecke es Jahr für Jahr in immer weiteren Facetten.

Indien ist der Schwerpunkt der Ausstellung. Wie oft und wie lange waren Sie dort unterwegs?

HUBER Ich bin bereits 1999, mit 24 Jahren, das erste Mal für einen Monat alleine durch Indien gereist und war sofort gefangen von der tiefen, im Alltag der Menschen gelebten Spiritualität. Bis heute habe ich bereits sieben Reisen für jeweils zwei bis vier Wochen nach Indien unternommen, und im November dieses Jahres ist die nächste Reise geplant.

Welche Bedeutung hat das Land für Sie?

HUBER Indien ist für mich ein Ort der Einkehr, der inneren Erfahrungen, ein Pilgerort, an dem es einfacher ist, Gott ein Stückchen näher zu sein als in unserem westlichen Alltag. Und auch ein Ort, an dem man seine Spiritualität mit vielen teilt, anstatt sich – wie in meiner Heimatstadt München – oft erklären zu müssen.

Einige Aufnahmen sind bei der Organisation Braj Care entstanden, die sich in Indien um verwitwete Frauen und Mädchen kümmert. Wie ist die Idee entstanden, die Menschen dort zu fotografieren?

HUBER Ich bin selber im gemeinnützigen Verein Braj Care engagiert und bin begeistert von der Arbeit, die er leistet. Wir stellen zum Beispiel mittellosen Witwen warme Decken im Winter, täglich eine warme Mahlzeit und kostenfreie medizinische Versorgung zur Verfügung. Auch unterstützen wir eine Schule für benachteiligte Mädchen, die sonst keine Möglichkeit auf Bildung hätten. Wenn ich vor Ort bin, verbringe ich immer einige Zeit mit den Witwen, und dabei sind die Portraits entstanden.

Fotografieren Sie generell lieber Menschen oder Landschaften? Und warum?

 Dieses Foto ist in Vrindavan entstanden. Die Frau gehört zur Organisation Braj Care.
Dieses Foto ist in Vrindavan entstanden. Die Frau gehört zur Organisation Braj Care. Foto: Eva Huber/Evafoto
 Die Künstlerin Eva Huber präsentiert ihre Fotos an dem 8. August in Birkenfeld.
Die Künstlerin Eva Huber präsentiert ihre Fotos an dem 8. August in Birkenfeld. Foto: Eva Huber/Evafoto
  In Radha Kund jongliert Lafkus mit Bällen, die er von Eva Huber geschenkt bekommen hat. Neben ihm steht der Wasserbüffel seiner Tante.
In Radha Kund jongliert Lafkus mit Bällen, die er von Eva Huber geschenkt bekommen hat. Neben ihm steht der Wasserbüffel seiner Tante. Foto: Eva Huber/Evafoto

HUBER Mich faszinieren Menschen am meisten, da in ihren Gesichtern alles zu entdecken ist und auch immer spannende Begegnungen entstehen. Dieses innere Licht sichtbar zu machen und die Schönheit der Seele eines jeden für andere sichtbar zu machen, ist meine Berufung in meiner fotografischen Arbeit.