Kuchen zum 1. Mai sichert Blumenpracht im Ort

Großrosseln · Dieses Jahr ließ das Wetter die Feiernden nicht im Stich. Ohne Regenschirm und trockenen Fußes konnten die Dorfbewohner im Warndt das Setzen ihres Maibaumes begleiten. Mancherorts schmückten dann Familien mit ihren Kindern die Laubkrone.

 Der kleine Marco Albert schaut zu, Alysha Philippi (8) schmückt mit Unterstützung der Familien die Birke in Naßweiler. Fotos: Becker & Bredel

Der kleine Marco Albert schaut zu, Alysha Philippi (8) schmückt mit Unterstützung der Familien die Birke in Naßweiler. Fotos: Becker & Bredel

Das Maibaumsetzen ist eine Tradition im Warndt und wird in den Ortsteilen am Vorabend des 1. Mai an stets zentraler Stelle gefeiert. Am Mittwochnachmittag machte Großrosseln selbst den Anfang, denn schon kurz nach 17 Uhr hievten die Männer der Feuerwehr dort den mächtigen Birkenstamm in die Senkrechte.

Ausgesucht hatten den Baum drei Männer aus dem Ort. Helmut Hahn, Gerhard Divivier und Siegfried Heimer hatten den Baum in einem privaten Wäldchen ausgesucht und geschlagen. "Bei uns kümmern sich immer diese drei um den Maibaum", sagte Ortsvorsteher Jörg Steuer.

Das Trio schmückte den Baum auch mit bunten Bändern und zwei grünen Kränzen. Letztere sind gemeindeeigen, künstlich und dienen im Winter als Adventskranz. Die Feuerwehrmänner setzten den Baum in Minutenschnelle in das davor vorgefertigte Loch, dann noch ein paar Keile rein, fertig. Ein kleines Fest vor der Rosseltalhalle schloß sich an.

Minuten danach stand auch der Baum in Emmersweiler, während es in Naßweiler eine gute Stunde dauerte, bis auch dort die Feuerwehr den Maibaum aufgestellt hatte. "Das kommt durch die Zusammenlegung der Feuerwehr. Emmersweiler setzt den Baum um 17.30 und wir um 18.30 Uhr", sagt Naßweilers Ortsvorsteher Hans-Werner Franzen. Im nächsten Jahr sei die Reihenfolge dann umgekehrt, so werde niemand benachteiligt.

In Naßweiler schmückten Kinder den Baum, der aber anders als in Großrosseln nicht in ein Loch gesteckt wurde, sondern eine professionelle Halterung hat, die einem Scharnier gleicht. Auch hier gab es ein Fest vor dem Dorfgemeinschaftshaus, der Karnevalsverein Hinne Hott, der Obst- und Gartenbauverein und der Turnverein richteten es aus.

Für alle Fälle ein Zelt

Und das Wetter ließ die Feiernden nicht im Stich. Das freute auch die Maibaum-Aufsteller in Karlsbrunn, die für alle Fälle ein Zelt errichtet hatten. Gestellt hatten es die Karlsbrunner Wildparkschützen, und die Blumenfrauen hatten zehn Kuchen gebacken. Und wozu? Um ihn zu verkaufen und mit dem Erlös neue Blumen anzuschaffen. "Die Gemeinde ist nämlich ziemlich knickerig", sagt Helga Leckczyck. Die 14 Blumenfrauen, die die Ortseinfahrten und den Dorfplatz pflegen und Blumen pflanzen, bekämen nämlich von der Kommune nahezu keine Unterstützung. Also backen sie Plätzchen zu Nikolaus oder backen Kuchen zum 1. Mai - dann gibt es wieder neue Pflänzchen für den Ort. Das Maibaumsetzen hatten Feuerwehr, Ortsrat und die Ortsvorsteherin Petra Fretter organisiert.

Alle Veranstaltungen waren gut besucht.