Krippenidylle im Alpenstil

Gonnesweiler. Beim Bummel durch die Allgäustadt Füssen vor einigen Jahren blieben Rudi und Gisela Schwarz an einem Haus wie angewurzelt stehen. Eine solch schöne und große Weihnachtskrippe hatten sie noch nie gesehen. "Die wäre doch etwas für unsere Wohnung", sagte Rudi Schwarz zu seiner Frau. Keinen Moment aber dachte er daran, sie zu kaufen

Gonnesweiler. Beim Bummel durch die Allgäustadt Füssen vor einigen Jahren blieben Rudi und Gisela Schwarz an einem Haus wie angewurzelt stehen. Eine solch schöne und große Weihnachtskrippe hatten sie noch nie gesehen. "Die wäre doch etwas für unsere Wohnung", sagte Rudi Schwarz zu seiner Frau. Keinen Moment aber dachte er daran, sie zu kaufen. Wenn schon, dann wollte er sie selbst nachbauen. Er nahm seine Kamera zur Hand und fotografierte die schöne Arbeit mit all ihren Einzelheiten von jeder Seite. Aus dem Urlaub zurückgekehrt konnte es der Hobbybastler, der schon als Kind mit seinem Vater in der Kirche öfter die Krippe aufstellte, nicht mehr erwarten, bis er endlich mit "seiner" Alpenländer Krippe beginnen konnte. Ein ganzes Jahr brauchte Rudi Schwarz, um die von einer anheimelnden Landschaft umgebenen bethlehemitischen Geburtsszene Jesu zu bauen. Das Holz ließ er sich von einer Schreinerei zurechtschneiden und besorgte sich landschaftstypische Schindeln für das Dach der Krippe. Das Haus hat einen Wohnteil und einen integrierten Stall. Die handgefertigten Figuren sind aus wertvollem Olivenholz und stammen ursprünglich aus Bethlehem. Gekauft hat sie der Krippenkünstler allerdings auf dem Saarbrücker Weihnachtsmarkt: Jesus, Maria, Josef, Ochs und Esel, drei Weisen aus dem Morgenland, fünf Hirten, drei Schafe, drei große und sechs kleine Kamele. In der die Krippe umgebenden Landschaft findet der Betrachter Brücke, Brunnen, Bäume, Feuerstelle, Holzstapel und einen Sägebock. Mächtige TannenkulisseJedes Jahr betont eine verzweigte und knorrige Wurzel, die der Krippenbauer im Wald gefunden und gesäubert hat, das Krippenbild. Viele Tage musste sie trocknen, bis sie endlich gebrauchsfertig war. Das Moos besorgt sich Rudi Schwarz allerdings jedes Jahr neu. Den Hintergrund, über dem ein heller Stern leuchtet, bildet eine mächtige Tannenbaumkulisse. Die Krippe mit all ihrem Beiwerk, die mehrere Quadratmeter im Wohnzimmer der Familie Schwarz beansprucht, wird das Jahr über auseinandergebaut in einem eigenen Kellerraum aufbewahrt. Pünktlich zum ersten Advent wird sie dann Jahr für Jahr aufgebaut und bleibt bis Ende Januar stehen. Wer im Haus in der Nahetalstraße auf Besuch kommt, staunt über die Kunstfertigkeit und den Einfallsreichtum von Rudi Schwarz für diese wunderschöne Krippenarbeit.Was bedeuten für Sie Advent und Weihnachten? Auf diese Frage antwortet Gisela Schwarz: "Der Advent ist für mich als Vorbereitungszeit auf Weihnachten wichtig und wertvoll. Umso inniger kann ich dann das eigentliche Fest feiern." Und Rudi Schwarz: "Weihnachten ist nicht nur ein schönes und traditionelles Familienfest. Ich besuche während dieser Festzeit auch eine Reihe von Kirchen und sehe mir die darin aufgebauten Krippen an. Auf diese Weise kann ich mir immer wieder verinnerlichen, dass Jesus Christus vor 2000 Jahren zu den Menschen gekommen ist." gtr