Kontakt geknüpft nach Libanon

Neunkirchen. Einen Tag lang verweilte eine dreiköpfige Delegation aus dem Libanon - bestehend aus Salim Assi, Geschäftsführer des Hôpital Libanon-Français in Zahleh, Imad Ghantous, Leiter des medizinischen Projektes der Stadt Zahleh, und Samir Hani, Berater - in Neunkirchen, um sich von der Qualität der urologischen Fachabteilung des städtischen Klinikums Neunkirchen zu überzeugen

Neunkirchen. Einen Tag lang verweilte eine dreiköpfige Delegation aus dem Libanon - bestehend aus Salim Assi, Geschäftsführer des Hôpital Libanon-Français in Zahleh, Imad Ghantous, Leiter des medizinischen Projektes der Stadt Zahleh, und Samir Hani, Berater - in Neunkirchen, um sich von der Qualität der urologischen Fachabteilung des städtischen Klinikums Neunkirchen zu überzeugen. Wie die Delegation verkündete, sollen Patienten aus Zahleh für urologische Operationen nach Neunkirchen geschickt werden.Die Delegation war aber auch gekommen, um Ideen für ein urologisches Fachzentrum zu sammeln, das in Zahleh, einer Stadt mit 150 000 Einwohnern, entstehen soll. Nachdem Schahnaz Alloussi, Chefarzt der Urologie und Präsident der südwestdeutschen Gesellschaft für Urologie, die Delegation am Mittwoch durch seine Räumlichkeiten im städtischen Krankenhaus geführt hatte, empfing Oberbürgermeister Jürgen Fried die Männer im Neunkircher Rathaus. "Wir haben schon gute Erfahrungen mit dem arabischen Raum gemacht", sagte Fried. Bereits in den Jahren 2006 und 2007 war eine Delegation aus Neunkirchen nach Syrien gereist; die Syrier wollten von der Stadt Neunkirchen etwas über Abwasser- und Abfallentsorgung lernen. Zwar seien damals Verträge unterzeichnet worden, aber, so erläuterte Fried, aus unterschiedlichen Gründen sei es nicht zu deren Umsetzung gekommen. Nun hoffe er auf eine gute Kooperation mit den Libanesen.

"Wir freuen uns sehr, dass wir nun in Sachen Gesundheit einen Schritt in die richtige Richtung machen. Zurzeit wird in unserem Land zu wenig für die Gesundheit gemacht", sagte Salim Assi, Geschäftsführer des Hôpital Libanon-Français. Das neue urologische Zentrum soll an das bestehende Krankenhaus angebaut werden. Wie der Arzt Schahnaz Alloussi erläuterte, besteht im Libanon ein großer Bedarf an einer urologischen Fachabteilung. Es gebe viele alte Menschen, vor allem Frauen, die an Inkontinenz leiden; viele Männer seien an Prostatakrebs erkrankt. Um einen hohen Standard zu gewährleisten, sollen für den Neubau im Wert von vier bis fünf Millionen Euro nur deutsche Produkte verwendet werden. Nicht nur die Ausstattung müsse auf dem neusten Stand sein, auch das Personal, wie Alloussi sagte: "Es zählen nicht nur qualifizierte Ärzte. Auch das restliche Krankenhauspersonal muss sich stets weiterbilden." Deswegen fragte die Delegation an, ob es möglich sei, Krankenschwestern aus Zahleh zwecks Weiterbildung nach Neunkirchen ins städtische Krankenhaus zu schicken.

Oberbürgermeister Fried nahm eine Einladung zum Gegenbesuch sofort an und versprach, 2013 in den Flieger zu steigen. Dann könne er nicht nur den Anbau des Krankenhauses bestaunen, sondern mit seiner Delegation einen Blick auf ein weiteres Problem in Zahleh werfen: die Abwasserbeseitigung.