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Köhlertage von Walhausen sind beendet

Köhlertage : Erst Schluckauf, dann gab’s zwei Hiebe zur Beruhigung

Die Arbeit der Walhauser Köhler ist vollendet. Am Samstag ist die Holzkohle abgebaut und geerntet worden. Damit sind die achten zweiwöchigen Köhlertage Geschichte. „Es war ein super Fest, wir haben dazu auch eine gute Ernte“, stellt Oberköhler Tim Nagel vor Arbeitsbeginn fest.

Der große Holzkohlenmeiler, so blickt er zurück, sei entspannt gewesen, habe zwischendurch mal einen Schluckauf gehabt und ein, zwei Hiebe mit der Schaufel zur Beruhigung benötigt. Der „Kleine“, wie der Oberköhler den Meiler Nummer zwei bezeichnet, sei sehr ruhig gewesen. Ein Schnäpschen noch und los: „Holz, Kohle, Holz, Kohle, Holz, Kohle“, tönt der Köhler-Schlachtruf durch den Buchwald. Tim Nagel und sein 89-jähriger Opa Berthold schauen sich das Innenleben des großen Meilers an. Tim Nagels Vorgänger Achim Seibert und Jungköhler Benny Otte übernehmen die Begutachtung bei der kleineren Version. Anschließend wird der Meiler aufgehackt, in einer Schlange warten schon die Köhler mit Schubkarren und transportieren den Lehm an einen Lagerplatz. Die Holzkohle wird auf einem Areal mit ausgelegten, verzinkten Platten abgekippt. „Das Wasser kann so gleich wegtauchen“, erklärt der ehemalige Oberköhler Achim Seibert. Eine Viertelstunde dauert die Arbeitszeit, es ertönt ein Gongschlag, und der Köhler wechselt. „Wegen des Qualms und der Dämpfe arbeiten wir in Intervallen“, sagt AGWV-Pressesprecher Dietmar Böhmer. Mit wachsamem Auge beobachtet die Jugendfeuerwehr die verteilte Holzkohle und löscht schwelende Glutnester. Und wie sieht die Holzkohle aus? „Gut, Güteklasse A, es ist kaum noch Restholz dazwischen“, so der erste Eindruck vom Oberköhler. Etwa vier Stunden schuften die Köhler am Abbau der beiden Meiler. „Danach muss die Holzkohle noch weitere zwei Stunden abkühlen“, sagt Seibert, der mit einer Mistgabel den Brennstoff wendet und nach Glutnestern abcheckt. Falls davon noch eins entdeckt werden sollte, ist Jungfeuerwehrmann Tizian Klee sofort mit dem Wasserschlauch zur Stelle.

Zuerst ein Schnäpschen, dann beginnt die Holzkohlenernte. Foto: Frank Faber

Insgesamt 50 Raummeter Buchenholz sind vor Beginn der Köhlertage in beiden Meilern verbaut worden. Die Ernte hat 70 Zentner eingebracht, und den Sack mit zehn Kilogramm Holzkohle verkaufen die Walhauser zu einem Preis von 15 Euro. Am Abend ist dann noch Party mit der Band Sound Seventyfive angesagt.