Ferienfreizeit: Klirrende Schwerter auf dem Huf-Hof

Ferienfreizeit : Klirrende Schwerter auf dem Huf-Hof

Ein alter Ritterorden wurde wiederbelebt und soll nun Kindern und Jugendlichen mehrerer Nationen als Vorbild dienen. Jetzt konnten sich 40 von ihren in Eiweiler ein paar schöne Tage im Ferienlager machen.

Eine Woche lang schliefen sie im Kuhstall, ihre Sitzgelegenheiten waren Heuballen: 40 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen fünf und 15 Jahren aus Ungarn, Luxemburg, Frankreich und Deutschland nahmen am vom Sankt-Georg-Ritterorden organisierten internationalen Jugendlager auf dem Huf-Hof in Eiweiler teil. „Wir spielen viel zusammen und sagen uns abwechselnd deutsche und ungarische Worte“, berichtet der siebenjährige Noa aus Eiweiler. Neue Freunde habe er unter den Campteilnehmern sofort gefunden. „Sprachlich gibt es keine Verständigungsprobleme, bei den Gesellschaftsspielen lernen sich die Kinder und Jugendlichen kennen und es entstehen Freundschaften“, sagt Patrick Konzer, Großprior des Ritterordens Saar-Lor-Lux-Alsace. Mit dem Jugendcamp will der im Mittelalter entstandene Orden einen Beitrag zur Völkerverständigung leisten, dem Nachwuchs aus sozial schwachen Familien die Möglichkeit eines unbeschwerten Urlaubs bieten, um dabei die Welt ein wenig besser kennenzulernen. „Es ist wichtig, den Kindern zu vermitteln, dass sie Deutsche oder Ungarn, aber auch Europäer sind. Und das kann man hier im Grenzraum wunderbar vermitteln“, meint Werner Schreiber, Großprior des Priorates Saar und Minister a. D. für Arbeit und Soziales in Sachsen-Anhalt. Durch die gemeinsamen Erlebnisse eines solchen Jugendlagers könnten Barrieren überwunden und Vorurteile abgebaut werden.

Istvan (14) und Krisztina (13) aus Ungarn waren sofort vom Aufenthalt auf dem Huf-Hof begeistert. „Hier ist es wunderschön“, schwärmt Krisztina. Auch die Saar-Sozialministerin Monika Bachmann (CDU) hat dem Camp einen Besuch abgestattet. Und dafür verschwinden plötzlich die Kinder und Betreuer und tauchen dann wieder im Rittergewand auf. Großprior Konzer erklärt: „Die Traditionspflege wird im Orden großgeschrieben“. Der Orden sei im Mittelalter zum Schutze des Königs gegründet worden. „Er hat sich früher zudem schon um Waisen und Hinterbliebene gekümmert“, so Konzer.

Zu Demonstrationszwecken lässt der Kanzler des Ritterordens, Baron Körös Cseke Laslo, der eigens aus Ungarn angereist war, seine Kämpfer aus der Knappenschule aufmarschieren. Klinge auf Klinge treten 18-Jährige mit dem Schwert gegeneinander an. „Die Knappenschule ist die Militärabteilung des Ordens und gewährt einen Einblick auf die Gründerzeit im Mittelalter. Die Jüngeren kämpfen spielerisch mit einem Holzschwert“, erklärt Konzer. Überhaupt hat es den Teilnehmern des Jugendlagers an Erlebnissen nicht gemangelt.

Mit dem Holzschwert kämpfen die Jüngsten aus der Knappenschule des Ritterordens gegeneinander. Foto: Frank Faber

Vom Huf-Hof aus sind sie zur Flugausstellung nach Hermeskeil gestartet, die Sommerrodelbahn auf dem nahen Peterberg hinuntergerast, haben sich im Gondwana-Prähistorium umgeschaut, im Bostalsee gebadet und sind über den Baumwipfelpfad in Orscholz spaziert. „Das Programm war sehr abwechslungsreich“, meint Großprior Konzer. Er beabsichtigt, künftig alle zwei Jahre das Jugendlager auf dem Huf-Hof in Eiweiler aufzuschlagen.