Kinder in die Feuerwehr

Nachwuchssorgen kennen mittlerweile auch die Feuerwehren. Um den negativen Trend aufzuhalten, wird nun den Kindern im Alter von sechs Jahren die Brandbekämpfung schmackhaft gemacht.

Eine Kinderfeuerwehr ruft am kommenden Samstag (1. Februar) die Friedrichsthaler Wehr ins Leben. Die Gründung um 16.30 Uhr findet innerhalb des 1. Schwedenfeuerfestes statt.

Nachwuchssorgen und der demografische Wandel: gerade Vereine bekommen diese Probleme unmittelbar zu spüren. Auch die Feuerwehren bleiben von dieser Entwicklung nicht verschont. Deswegen ergreift jetzt die Feuerwehr Friedrichsthal die Initiative und gründet eine Kinder-Abteilung.

"Die Kinderfeuerwehrgruppe soll den Kleinen frühzeitig den Zugang zur Feuerwehr ebnen", erzählt Martina Altmeier. Die Brandmeisterin der Friedrichsthaler Brandbekämpfer ist unmittelbar an der Gründung beteiligt, die am Samstag stattfindet. Man habe immer öfter Rückgang zu vermelden, sagt sie. Auch fänden sich immer weniger Quereinsteiger, so dass den Weg zum Ehrenamt fast nur noch Mitglieder aus der Jugendabteilung fänden. So schwinden die Mitglieder.

In die Jugendfeuerwehr darf man ab acht Jahren eintreten, in die Kinderabteilung bereits mit sechs Jahren. "Die Kinder sollen in die Lage versetzt werden, soziale Kompetenzen wie Nächstenliebe, Verhalten in Gruppen oder Kommunikationsfähigkeit zu entwickeln", so Martina Altmeier. Diese Eigenschaften sollen auf spielerische Art geschehen, etwa durch gemeinsame Spiel- und Sportaktivitäten wie Wanderungen, basteln, singen und tanzen oder auch durch Brandschutzerziehung.

"Wir wollen keine perfekten Wehrleute in der Kinderwehr", sagt Tony Bender. Der Brandinspekteur im Regionalverband Saarbrücken ist der höchste ehrenamtliche Feuerwehrmann im Saarland und Berater der Aufsichtsbehörde. Es handele sich vor allem um eine Vorbereitungsgruppe, "um möglichst früh einen Fuß in der Tür zu haben". Lange habe man mit den Wehren und Vertretern der Politik diskutiert. Die Novellierung des Saarländischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes hatte die gesetzliche Grundlage von Kinderwehren ermöglicht.

Es gebe, sagt Tony Bender, bereits einige positive Beispiele, wo Kinderfeuerwehren eine sehr gute Bindungswirkung gezeigt hätten, in Rheinland-Pfalz beispielsweise.

Vorreiter im Saarland waren übrigens die Löschbezirke Bergweiler und Sotzweiler in der Gemeinde Tholey. Diese hatten im vergangenen Jahr ihre Bambinifeuerwehr ins Leben gerufen. "Die Saarbrücker Feuerwehr wird in absehbarer Zeit auch eine Kinderabteilung gründen", erzählt der Kreisbrandinspekteur. Die Gemeinde Heusweiler und die Stadt Sulzbach würden wohl ebenfalls nachziehen. Diese vermehrten Gründungen seien ein "Indikator für eine gute Sache", so Tony Bender.

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